Freitag, 7. August 2009

Die letzten Tage...

Hallo ihr Lieben,

Am Montag Nachmittag geht es wieder nach Deutschland. Unglaublich wie schnell ein halbes Jahr vergangen ist.
Momentan habe ich alle Hände voll zu tun und weiß nicht wie ich das alles schaffen soll. Bastel an dem Geschenk für meine Gastfamilie, muss noch die letzten Geschenke für meine richtige Familie suchen und will natürlich irgendwie nochmal alle meine Freunde von hier widersehen und verabschieden.

Morgen Abend ist nochmal ne große Party. Gefeiert wird der Geburtstag von nem Freund und von Nakeena. Nakeena hat eigentlich erst am Sonntag, es wird eben reingefeiert. Gegen 24 Uhr gehen dann alle nochmal ins Forum. Sonntag kommt dann die ganze Familie.

Am Montag werde ich nochmal in die Schule gehen um mich von den Lehrern und meinen Mitschülern zu Verabschieden. Letzte Woche war die Schule wegen der Schweinegrippe geschlossen. Und auch das Daddy Yankee Konzert wofür die ganze Familie Karten hatte wurde auf den 11. August (einen Tag nach meinem Abflug) verschoben...

Was gibts noch neues...? Ich will hier momentan einfach nicht weg. Es war so eine unglaublich interessante, schöne, erlebnisreiche Zeit die ich einfach nicht hinter mir lassen will. Irgendwie freue ich mich schon auf zu Hause. Familie und Freunde feheln mir schon sehr, dennoch überwiegt das "ich will hierbleiben"-Gefühl um einiges mehr...

Gestern sind wir spontan in unser Haus in den Yungas gefahren. Morgens hin und abends zurück. Ich lag 10 Minuten in der Sonne und hab dann höllische Kopfschmerzen bekommen. Lag danach die ganze Zeit im Schatten und habe geschlafen. Dazu kam noch, dass ich unglaublich viele Stiche hatte. Obwohl ich, wie sonst auch, dieses Antiinsektenzeug benutzt habe, sind meine Beine nun übersäht mit angeschwollenen roten Megastichen -.- Es war total toll nochmal in die Yungas zu fahren, aber ich war einfach nur völlig fertig wegen der Sonne und den Stichen...

So, viel Zeit hab ich nun nichtmehr, werd an dem Geschenk weiterbasteln ;)
Übrigens, für die, die es nicht wissen: Bin hier ja ohne ein Wort Spanisch sprechen zu können hergekommen. Inzwischen höre ich von allen Seiten wie gut doch mein Spanisch ist, was mich schon sehr zufrieden macht. Zumal ich hier auch viel mit Deutschen unternehme und in der deutschsprachigen Klasse bin.

In 5 Tagen bin ich in Berlin... kann es kaum glauben!
Bis baaaald!! :)

Samstag, 18. Juli 2009

Party, Quad fahren und Reisepläne...

Am Mittwoch wollten wir eigentlich alle wieder in unser Haus in den Yungas fahren. Mir wurde frei gestellt ob ich mit wolle oder nicht. Eine Stunde bevor es losging war ich nun noch am rumtelefonieren, wo ich denn 3 Nächte schlafen könnte. Im wirklich allerletzten Moment hab ich dann noch eine Freundin erreicht, in deren Gastfamilie konnte ich also unterkommen. Ich wäre schon auch gerne mit in die Yungas gefahren, aber so konnte ich den ganzen Tag was unternehmen. Zum Beispiel sind Svenja (andere Deutsche) und ich am Mittwoch Abend noch auf ne Party gegangen und danach dann ins Forum (Disco) und haben bis in die frühen Morgenstunden getanzt, dass musste endlich aml wieder sein! Nur war es wirklich voll, da Donnerstag 200 Jahre "Freiheit" von La Paz gefeiert wurde. Eigentlich ist Mittwochs immer Freepass, also man muss keinen Eintritt bezahlen. Aber an der Kasse standen trotzdem alle an um zu bezahlen, war wohl dann diesen Mittwoch anders. Ich bin allerdings auch so reingekommen. Andres, ein Freund von mir hat mich einfach Richtung Eingang geschoben, wo man dann die Eintrittskarte zeigen muss, oder seine Hand unter Schwarzlicht halten soll, damit der Stempel erscheint. Ich hatte nichts von beiden. Der Türsteher hat meine Hand genommen und unter das Schwarzlicht gehalten... kam natürlich kein Stempel zum Vorschein... Andres hat mich einfach weiter geschoben, der Türsteher hatte noch meinen Arm festgehalten, aber iwie hab ich mich losgerissen und war dann drin...ohne zu bezahlen, dass war toll :D Für meine Garderobe musste ich auch nichts bezahlen, hat Andres bezahlt :D Svenja hat brav Eintritt bezahlt, allerdings hatte sie nur 30 Bs dabei und nicht 40 Bs. Sie hat einfach nen Typen gefragt, ob er 10 Bs für sie hat und hat demnach auch ein bisschen gespart :D jaja, war schon toll!

Donnerstag haben wir bis Mittags geschlafen und sind dann nach San Miguel um mit Anna, Jakob und Carlo (n Deutscher, der hier grad soziales Jahr macht...) erstmal Eis essen zu gehen und danach Quad fahren zu gehen. Für ca 10 Euro die Stunde habn Svenja und ich uns ein Quad "geteilt". War allerdings eins mit Automatik. Die Automatik bestand darin, dass ein Mann mitgefahren ist, der für uns geschalten hat. Also er saß da so am Rand irgendwie. Keine Ahnung, wie er es da ausgehalten hat... Und durch seine Schalterei wird er sicherlich schön das Quad kaputt machen... Weil wir haben eben die ganze Zeit Gas gegeben und er hat einfach mal dabei geschalten, ohne das wir vom Gas runtergegangen sind. Nachdem wir jeder 10 Minuten auf dem staubigen Gelände gefahren sind, ging es dann auf die Straße. Da hab ich mich dann auf Jakob sein Quad gesellt, weil das um einiges schneller war (bzw ist er viel sicherer gewesen, weil sein Gastbruder eins hat und er schon oft damit gefahren ist und er hatte auch keinen "Aufpasser und Schalter" mehzr drauf zu sitzen). Jakob und ich sind dann vorgerast und Svenja war hinter uns und dahinter Carlo und Anna (natürlich auch mit ihrem "Schalter"). Es war echt waaaahnsinn!!! Hat sonen Spaß gemacht. Haben dann nochmal durchgewechselt, dass ich dann alleine gefahren bin und Svenja mit Jakob. Also eins steht fest, DAS wird nochmal gemacht!
Auch toll war, als ich bei Jakob mitgefahren bin (in dem staubigen Gelände, ist er direkt auf son Sprunghügelding drauf losgefahren und fragt mich so "willst du springen?". Bevor ich ihm "neeeeeiiiiiin" ins Ohr kreischen konnte, waren wir schon in der Luft -.-" Aber gut, war dann doch ganz lustig...

Wir alle hatten so uuunglaublich viel gelacht..und geweint, weil man hat so viel Staub in die Augen bekommen, das war echt bääh... Immer der, der vorne saß war nur am heulen... Danach waren unsere Klamotten und Haare natürlich auch sowas von eingestaubt -.-"

Abends sind Svenja und ich noch zu Jalob gefahren um Filme zu gucken und sind dann wieder eeetwas spät nach Hause gekommen. Gestern war nicht so viel los. Waren im Zentrum wegen Svenjas Visum und um ihre Camera abzuholen und haben ne halbe Stunde im Kino angestanden um Karten für Harry Potter zu bekommen. Waren dann Essen und haben und dann in der 2. Reihe im Kino die Hälse steif gesehen...

Zu Hause haben wir dann noch nen Film gesehen und waren um 2 im Bett. Heute früh um 7 hieß es dann aufstehen und losfahren. Die Familie wollte nach Tiwuanaku und hat mich vorher nach Hause gebracht... Waren ein paar eeeecht tolle Tage und ich hoffe, dass ich meine letzten 3 Wochen genauso toll verbringen werde.

Ganz heimlich hab ich ja die Hoffnung, dass mir eeeetwas mehr erlaubt wird, so in meiner letzten Zeit. Aber mal sehen... Zum Beispiel wollen Clemens und Jakob nach Chile an den Pazifik fahren und haben gefragt wer noch mitwill. Nur für 2 Tage. Wird nicht viel kosten und ist auch nicht megagefährlich. Und es ist der Pazifik, da würde ich völlig austicken, wenn das klappt! Ich hoffe so sehr, dass es klappt!!!
Und wenn ja, dann sind wir in den nächsten Tagen weg, weil wir werden ganz spontan entscheiden wann wir fahren wollen...

Donnerstag, 9. Juli 2009

Drittes Mal in Los Yungas

Am Freitag wurde spontan entschieden in unser Haus nach Mururata/Los Yungas zu fahren. Samstag nach dem Mittagessen gings dann los. Unsere neue Empleada (Dienstmädchen) Margarita, 17 Jahre jung, haben wir mitgenommen. Zu acht im Auto mit Anghänger wo unsere 2 Quadratrucks drauf waren haben wir uns also voll beladen auf den Weg gemacht. Sonntag sind dann Tania, Chelo, Pedro (er arbeitet auf dem Stück Land was Tania und Chelo gehört), sein Sohn und ich nach Coroico gefahren. Das ist die nächste Stadt dort und man fährt so 25 Minuten. Coroico ist eine schmutzige Stadt und überall lagen Betrunkene rum und haben geschlafen oder sind zur nächsten Bar getaumelt. (Es war 13 Uhr...). Trotzdem hat mir die Stadt an sich gefallen und ich würde dort gerne noch einmal hin. Ist ganz anders als La Paz oder Sucre. AUf dem Weg nach unten saßen Ere und ich auf dem dach vom Auto. das war heeeeerrlich!! Auf dem superschmalen Sandweg teilweise direkt am Abgrund langzufahren war schon interessant. Montag sind dann ein paar Freunde gekommen, mit denen wir den tag verbacht haben, im Pool gespielt, gegrillt und was man eben so macht... Dienstag sind Eresari und ich mit Tania und Chelo in die Senda Verde gefahren. Das ist so eine Art Hotel und Park. Aber ohne Zaun oder so. Und da gibt es viele Tiere..wie Affen oder Papageien. Viele freiwillige Helfer arbeiten dort und auch ich habe daran gedacht, in 2 Jahren dort zu arbeiten. Ich würde da viel lernen und eben eine Zeit in Los Yungas (was mir so ziemlich am meisten hier in Bolivien gefällt) verbringen. Aber mal sehen. Viele Tiere haben wir allerdings nicht gesehen, weil wir mit Bekannten geredet haben, die dort Urlaub gemacht haben. Ansonsten ist nichts großartiges passiert. Waren ein paar suuuperwarme sonnige Tage. Gestern (Mittwoch) Abend ging es dann zurück nach la paz. Und heute wollten wir eigentlich aufs Konzert von Daddy Yankee gehen, aber es fällt aus bzw wurde verschoben, wegen der Krankheiten die hier rumschwirren...
Ansonsten gehts mir gut und ich freu mich auf nächste Woche, wenn wir zu dem geburtstag von Chelo wieder nach Los Yungas fahren für 3 tage ungefähr. Und dann will ich nochmal mit Freunden ins Hotel Rio Selva in Los Yungas fahren...wie gesagt, ich liebe es dort!

Montag, 29. Juni 2009

Wochendende in Copacabana am Titicacasee

Da wir ein neues Auto haben, mussten wir nach Copacabana fahren, um die Autotaufe durchzuführen. Samstag Vormittag ging es los. Da das neue Auto klein ist und wir da nicht alle reinpassen, mussten wir mit zwei Autos fahren. Papa Marcelo und die beiden kleinsten Schwestern Kiana und Eresarie sind in dem großen schwarzen Wagen gefahren und Mama Tania, Yatz, Nake und ich in dem neuen blauen.
Der Titicacasee war dieses Mal viel blauer als das letzte Mal, da wir blauen, wolkenfreien Himmel hatten.
Nach dem Mittagessen haben wir Mädels uns solche Hippizöpfe machen lassen. Es ist schwer zu beschreiben, aber man nimmt eine kleine Haarsträhne und drei verschiedenfarbige Fäden. Mit diesen Fäden wird die Strähne dann so umwickelt, dass man die Strähne nicht mehr sieht. Dann werden noch bunte Perlen mit eingearbeitet. Das ganze hat 20Bs, also etwa 2,30Euro gekostet.
Danach sind wir dann zur Kirche gefahren, wo das Auto getauft wurde. Abends haben wir an der Messe teilgenommen. Copacabana ist ein sehr religiöser Ort hier in Bolivien. Und immer wenn wir mit dem Auto irgendwo hinfahren (zum Beispiel jeden morgen wenn wir zur Schule fahren), beten wir zu der Jungfrau von Copacabana. Demnach war es wichtig, an der Messe teilzunehmen. Nur leider hat sie dort 2 Stunden gedauert und war nur halbso interessant wie in unserer Kirche hier in San Miguel in La Paz. Es gab dort keinen Chor, der schöne Lieder gesungen hat, wo alle mitsingen und tanzen. Die Musik kam aus Boxen, wurde von einer CD abgespielt und war genauso einschläfernd wie die Stimme von dem Vater. Um 21 Uhr waren wir endlich erlöst.
Zum Abendessen waren wir im Hotel. Obwohl ich ja nicht so der Fischesser bin habe ich den typischen Titicacasee-Fisch "Trucha" gegessen. Genauer Lasagne mit Trucha. Und es war kööööstlich! Nach dem Essen haben Nakeena und ich gehofft Erlaubnis zum Ausgehen zu bekommen... es blieb beim hoffen. Copacabana sei zu gefährlich. Naja, der Abend war trotzdem herrlich. Nakeena, Yatz, Kiana und ich haben so ein Kartenspiel gespielt "Kempf". Wir waren den ganzen Abend nur am lachen.
Gegen 24 Uhr sind wir dann auf unsere Zimmer gegangen. ich war mit Nake und Yatzi in einem Zimmer. Zusammen haben wir noch "House of wax" gesehen und sind dann schlafen gegangen. Am nächsten Tag hätten wir fast das Frühstück verpennt...
Dann sind wir wieder in die Kirche gegangen, und anschließend sind wir durch die Straßen von Copacabana gegangen. Dort gibt es alle möglichen tradiotionellen Sachen aus Bolivien. Ich habe eine Hippitasche gakauft, bunte Handschuhe, Halsketten, Armbänder,... Nach dem Mittagessen ging es dann wieder in die Kirche um die Jungfrau von Copacabana zu verabschieden, und wir machten uns auf den Heimweg.
Zu Hause angekommen, haben wir Burger gegessen und "Corazon de Tinta" (Tintenherz) gesehen. Für mich ein Erfolg, da der Film auf Spanisch war, und ich es recht gut verstanden habe (okay ich habe das Buch gelesen und wusste worum es geht, aber trotzdem...).
Wiedermal ein totaaal tolles Wochenende!

Heimweh und das Geheimnis der geschlossenen Tür :)

Zwei Wochen war ich nun krank. Habe das Haus kaum verlassen, damit es nicht wieder schlimmer wird. Zu Hause war ich fast nur in meinem Zimmer. Habe mir viele Fotos aus Deutschland angesehen und viel nachgedacht. Doe Folge davon war, ganz klar, Heimweh. Ich habe mich einsam und schlecht gefühlt. Sobald eine der Schwestern etwas gesagt hat, was zwar nicht ernst gemeint war, mich aber doch irgendwie getroffen hat, war ich den Tränen nah oder habe sogar losgeheult. Einen Tag beim Mittagessen hat mich dann Tania gefragt: "Caro, ist alles okay? Du bist den ganzen Tag in deinem Zimmer, kommst zum Essen runter, bringst dich nicht ins Gespräch mit ein und nach dem Essen verschwindest du wieder in deinem Zimmer." Ich meinte, dass ich einfach krank bin und diesmal erst richtig gesund sein möchte, bevor ich wieder etwas unternehme. Dann hat mich Tania mit diesem Blick angesehen und ich habe gemerkt, dass mein Heimweh doch stärker ist, als ich erst dachte und schon kullerten die Tränen erneut. Ich meine, ich bin inzwischen mehr als 4 Monate hier, fast schon 5 Monate! Und bis jetzt ging es immer mit dem Heimweh, doch durch die Krankheit und das zu Hause sein kam es dann zum Vorschein =)
Dann hat mir Tania erzählt, dass es auch ganz oft sonst so ist, dass ich einfach in meinem Zimmer bin und die Tür ist zu. Wenn mich die Mädels fragen wollen, ob ich etwas mit ihnen spiele, sehen sie, dass die Tür zu ist und das heißt für sie 'Caro will ihre Ruhe haben'. Ich bin es gewohnt meine Tür zu zumachen. Und für mich heißt es keinenfalls, dass ich keinen sehen will. Und das ich auch sonst oftmals alleine in meinem Zimmer bin, liegt vielleicht daran, dass ich einfach mein ganzes Leben die einzige Tochter war und auch oft alleine zu Hause. Und es ist nicht so einfach sich etwas vollständig abzugewöhnen, was 16 Jahre lang Gewohnheit war.
Seitdem habe ich vielmehr mit meinen jüngeren Schwestern gemacht. Wir haben Wii gespielt, quatschen zusammen, gehen einkaufen um einen Kuchen zu backen, puzzlen und ich fühle mich jetzt einfach noch wohler hier. Außerdem ist meine Tür jetzt immer offen. Und ich habe die Gardinen die vor dem Fenster was quasi die Wand zwischen Treppenhaus und meinem Zimmer ist auf gemacht.
Interessant was eine geschlossene Tür in unterschiedlichen Kulturen so für Bedeutungen hat ...

Montag, 8. Juni 2009

Was gibts neues!?

So, ich bin erkältet. (Das musste erstmal raus...) Bin heute den ganzen Tag zu Hause gewesen, im Bett und werde hier auch noch den morgigen Tag verbringen wies aussieht.

Seit einer Woche haben wir keine Angestellten mehr. Nur noch Max. Jovich ist schwanger und Sylvi ist ohne sich "abzumelden" einfach gegangen. Nun haben wir Ersatz gefunden, doch die Tage wo niemand da war, waren stressig. Letzte Woche habe ich dann mal Abendessen gemacht. Zwei Stunden stand ich in der Küche. Es war nicht lustig. Also okay ich fands gut, aber danach war ich total erledigt. Schäl mal Kartoffeln (aber keine deutschen, sondern die von hier, total uneben und dann auch noch mit nem stumpfen, viel zu großem Messer) für 7 Leute. Ich habe verucht Bauernfrühstück zu machen. Erstmal Zwiebeln und Speck angebraten. Bzw verbrannt. Weil man den Herd hier nicht gut einstellen kann, war das alles zu heiß und naja... Dann sind die Kartoffeln hier echt voll anders. Mit gleich braten geht hier nämlich nicht (wurde mir im nachhinein erklärt). Erst vorkochen, dann braten. Nunja, die Würstchen haben Blasen bekommen und sahen total verkrüppelt aus und das Rührei hat mehr nach Plaste geschmeckt, weil der Plastelöffel in der Pfanne geschmolzen ist :-)

Letzten Endes hat alles zusammen gar nicht mal sooo schlecht geschmeckt. Tania war sogar sehr begeistert von meine Zwiebel-Speck-Bratkartoffel Variante. (Also quasi ein Dankeschön an meinen Papa, der die leckersten Bratkartoffeln macht :) )

Wenn ich das nächste Mal was zu essen machen, dann NICHTS mit Kartoffeln, das steht fest.

Neulich war ich in nem Piercingstudio um mir auf jeder Seite noch ein drittes Ohrloch stechen zu lassen. Das Vorurteil, dass es in Bolivien in solchen Piercingstudios dreckig und keimig ist, stimmt nicht ganz. Sicher ist es in Deutschland noch etwas sauberer (kann ich allerdings auch nicht ganz beurteilen) aber da wo ich war, war es voll okay. War ja auch nun keine große Sache. War mit nem Kumpel da (der, der auch mit in Los Yungas war) und hab mit ihm geredet, sodass ichs (fast) gar nicht mitbekommen habe. ich denke allerdings, dass es hier auch viele nicht so tolle Piercingstudios gibt...

So mehr "neues" fällt mir grade nicht ein.... ca. 9 Wochen noch, dann komm ich zurück =) Bin schon 4 Monte hier, unglaublich!

AN ALLE LESER!

Sooo mich interessiert nun doch einmal, wer denn so meine Berichte liest! :-)

Denn wie ich erfahren habe lesen so einige still mit, von denen ich gar nicht wusste, dass sie überhaupt meine Blogadresse haben.

Möchte ja jetzt hier keine Namen nennen, so wie Magrit :) oder Marcel haha

Aber schreibt doch einfach mal kurz und knapp wer hier so alles mitliest, für mich =)
Weil ich so neugierig bin :-)

Danke
(ich hoffe ich habe mich jetzt nicht umsonst bedankt...)

Samstag, 23. Mai 2009

Unglückstag - Freitag, der 22.

Der letzte Freitag war hier...sagen wir interessant. Alles fing am Morgen an mit Übelkeit und Kpfschmerzen. Nachmittags sind Tania, Nake und ich zur Visumstelle im Zentrum gefahren, weil mein Visum am Montag abläuft und es demnach verlängert werden müsste. Kurz nachdem mir erklärt wurde, das es nicht verlängert werden kann (aus irgendwelchen unverständlichen, sinnlosen Dingen) wurde mir etwas schwindelig und ich konnte nicht mehr klar sehen. Musste mich festhalten um stehen zu können. Erst dachte Nakeena ich würde nur so tun und hat sich nicht weiter um mich bemüht. Doch als wir draußen waren und ich dann fest nach ihrem Arm gegriffen habe und ihren Erzählungen nach weiß war wie Papier und auch meine Lippen keine Farbe mehr hatten, wurde ihr klar, da stimmt was nich. Ich bin zur nächsten Bank getorkelt und bin dort erstmal in mir zusammengesackt.

Der Rest wurde mir im Nachhinein erzählt, da ich mich an nichts mehr erinnern konnte... Außer an folgende Worte: "Atme caro! Atme!" Musste dann wohl von den beiden zur Nächsten Stelle vom Roten Kreuz geschliffen werden, hab zwischendurch meine Tasche fallen lassen und hab gar nichts mehr gesehen (also daran kann ich mich noch selber erinnern, alles war weiß, einfach nur weiß...). Beim Arzt wurde ich erstmal 10 Minuten an so ein Sauerstoffding angeschlossen. Und schon gings mir wieder gut. War jedenfalls erst einmal ein mittelschwerer Schock für alle Beteiligten =)

Nun bestand zuerst Verdacht auf Blinddarm-irgendwas. Nach mehreren Untersuchungen aber nun eher doch nicht. Vielleicht irgendein Virus oder so. Jedenfalls geht es mir heute, immernoch nich gerade blendend. Aber es wird schon nichts schlimmes sein, bin nicht der Typ für irgendwelche heftigen Krankheiten. (Muss hier mein sich sorgendes Omalein beruhigen *lach*.)

Aber der Freitag war ja noch nicht vorber. Nun haben wir schon das mit dem Visum, mein fast-Ohnmacht-Anfall und nun kommt die Sache mit dem Auto. Seit gestern haben wir nämlich ein neues Auto, das dritte inzwischen... Ein kleiner blauer Suzuki. Am Abend, als wir zu Manuel (unser Doktor und Freund der Familie) gefahren sind haben wir dort natürlich noch ne Weile gequatscht. Achso, und wir waren mit dem neuen Auto da, versteht sich. Das Auto stand direkt vor der Eingangstür. So als wir nun das haus verlassen wollten haben wir gehröt, wie jemand gerufen hat "Hallo, sie da von gegenüber, ihr Auto, kommen sie, schnell!". Wir rausgestürmt wie die blöden um dann ein Auto vorzufinden, wo die eine Seitenscheibe zerstört war, das Lenkrad geklaut, generell ALLES, was am Amaturenbrett dran war. Die Batterie haben sie rausgenommen und nochmehr Zeug ausm Motorraum. Anscheinend haben sie sich auch an die Maske vorne rangemacht, also dieses Ding da wo Nummernschild und so dran ist ;-) Das schöne neue Auto!!! Das einzige Glück war, das die nicht die Fernbedienung, womit man unser Tor aufmacht mitgenommen haben. Allerdings wissen die ja auch nicht wo wir wohnen, aber trotzdem.

Und eigentlich gibt es in jeder Straße Nachtwächter, die auch eigentlich aufpassen, dass sowas nicht passiert. Aber der für die Straße verantwortlich war, hatte seine besten Jahre schon hinter sich glaube ich und hat anscheinend geschlafen. Mit so einem Nachtwächter fühlt man sich doch gleich viiieeel sicherer...

Naja, alles in allem ein aufregender Tag... Doch wir leben alle und was das Auto betrifft, haben ja noch 2 weitere aufm Hof zu stehen :-)

Donnerstag, 21. Mai 2009

Kartoffeln mit Reis und Pommes....

Am Anfang kam mir das Essen hier etwas komisch vor. Warum gibt es denn Kartoffeln zum Reis? Und warum riecht der Reis mit Käse so merkwürdig, dass mir ganz schlecht wurde?

Aber gut, ich fang mal von vorne an. Ich denke hier in Bolivien ist das Essen, wie in Deutschland auch, in jeder Familie etwas anders. Erst einmal zum Frühstück: in der Woche besteht das Frühstück einfach nur aus Cornflakes, muss ja schnell gehen ;-) Am Wochenende gibt es meistens Pancakes (sowas wie Eierkuchen, nur kleiner) mit Sirup oder Dulce de Leche (ein süßes Michprodukt). Dazu gibt es (auch in der Woche) immer frisch gemachten Bananenshake. Ich liebe den Bananenshake!

Zum Mittag gibt es zuerst eine Suppe. Immer sehr lecker. Da kommt auch ost so ziemlich alles rein, was zu finden ist. Kann das meiste aber nicht beschreiben. Von sämtlichen Gemüsearten über Kartoffeln/Reis und Fleisch bis hin zu Käse ist da alles drin. Zusätzlich macht man sich noch gewürfelten Käse rein oder selbstgemachte Minipommes.

Ich werde mal ein paar Gerichte beschreiben, die es als "Hauptgang" gibt. Zum Beispiel ist ganz typisch: Maiskolben mit geschmolzenen Käse und Kartoffeln. Köstlich! Zumal der Mais ganz anders schmeckt als der aus Deutschland (wobei ich auch nur mit dem Dosenmais vergleichen kann...jaja). Mais mit Käse kann man auch mal so auf der Straße kaufen. Ist aber nicht ganz einfach zu essen, weil man bekommt eine kleine Plastiktüte. Darin ist dann der Maiskolben und Käsestücken, halb geschmolzen. Dann noch etwas von dem Wasser wo der Mais drin war. Schwierig zu essen, aber trotzdem lecker!
Dann gibt es noch oft Reis mit Kartoffeln, Fleisch und Salat mit Tomatenscheiben. Oder Pommes (bzw. einfach Kartoffel in Streifen geschnitten) mit Hamburgesa (also das Fleisch was man zum Hamburger machen nimmt quasi) ebenfalls mit Salat und Tomate. Mit Ei gibt es hier kaum ein Gericht. Also ich kenne nur eins. Das ist ein gekochtes Ei mit Geflügelfleisch was in so einer undefinirbaren aber leckeren Soße ist und Reis dazu und ne kleine Kartoffel. Generell gibt es sooo viele Arten von Kartoffeln hier! Und es gibt noch Käsereis, also Reis wo geschmolztener Käse untergemischt ist. Hat mir anfangs gar nicht geschmeckt, aber mittlerweile find ichs auch köööstlich! Manchmal werden auch Spaghettis mit Tomatensauce gemacht, oder einfach nur ein Stück Fleisch mit einem Salat aus gewürfelten Gemüsen und Kartoffeln. Ganz typisch sind auch Tacos (wobei die eigentlich aus Mexico kommen). Gibts hie raber auch. Mit gehacktem Fleisch, Tomatensalat, Salat und Avocadocreme. Die einzelnen Zustaten stehen dann auf dem Tisch und jeder macht sich das in seinen Taco reinwas er drin haben will ;).

Zum Abendessen gibts meistens nochmal das gleiche, außer die Suppe. Wenn Nakeena und ich Nachts von einer Party kommen machen wir uns Tütennudeln warm, oder sowas wie ne 5 Minuten Terine.
Von den Kindern wird hier ganz gerne "Salchipapas" gegessen. Genauer gesagt sind das gleingeschnittene Sachichas (Würstchen) und papas (Kartoffeln, bzw Pommes).
Gut finde ich, dass hier eben alles frisch zubereitet wird. Klar, ich freu mich auch oft auf die Tütennudeln, aber trotzdem, ich finde das Essen echt seeeehr lecker =)

Es gibt hier so viele interessante Früchte. Die Namen kenne ich nicht immer, aber eine Frucht hat eine relativ harte Schale und das innere ist so ganz, ich weiß nicht wie ichs anders beschreiben soll, es ist so schnotterich... :-) Jedenfalls muss man das so auslutschen, schmecht aber so gut! Fühlt sich beim ersten mal aber etwas komisch an.

So, nun erst einmal genug vom Essen geredet, hab jetzt Hunger...

Ausflug in die Yungas

An dem verlängerten Wochenende vom 1.Mai bin ich mit Freunden in das 5 Sterne Hotel "Rio Selva" im Regenwald gefahren. Los ging es Freitag in aller Frühe (um 10) im Zentrum von La Paz. In einen Minibus gequetscht traten wir die ca 3 stündige Fahrt an. Sobald die vegetation etwas regenwaldtypischer wurde wurde es auch dementsprechend warm bzw heiß im Bus. Die Fahrt in die Yungas ist was die Temperaturen betrifft extrem abwechslungsreich. Man fährt in La Paz bei etwa 19°C los, dann fährt man durch eine Zone, wo es kaum Vegetation gibt und wo man gut in einer Winterjacke rumlaufen könnte. Später ist es dann unerträglich warm, sodass man problemlos in kurzer Hose und Tshirt fahren könnte. So, im Hotel angekommen, waren Anna und ich erstmal sprachlos (die anderen 3 kommen hier aus Bolivien und kannten das Hotel schon...). Zu allen Seiten des Hotels ragten riesige grüne Regenwaldwände in den Himmel, echt unglaublich! Das Hotel lag also im Tal direkt an einem Fluss. Die Hotelanlage ist der Wahnsinn. Es ist dabei so viel Regenwald erhalten geblieben, alles ist modern und doch findet man viele Dinge die aus Naturmaterialien hergestellt wurden.

Unser Zimmer war in einem, hm schon fast Hochhaus. Also es gab auch Bungalows, haufenweise. Von unserem Balkon aus konnten wir die ganzen Rutschen des Hotels sehen und hatten nen schönen Blick auf den Fluss, der so laut war, dass man sich trotz geschlossener Balkontür schon fast anschreien musste... Und wir waren so im 8.Stockwerk oder so.

Unser Wochenende bestand aus sonnenbaden, essen, Volleyball im Wasser spielen, generell irgendwas im Wasser und Abends in die Bar gehen, tanzen, was trinken, mit den Bekanntschaften die man dort geschlossen hat quatschen und einfach genießen, dass einem keiner sagen konnte, wann man zu Hause sein soll und andere Dinge die mit sowas wie Regeln zu tun haben.

Am Sonntag hätten wir dann fast den Bus verpasst, der uns zurück nach La Paz bringen sollte... Im letzten Moment haben wirs dann noch geschafft. Panky und Rodolfo sind schon einen Tag früher nach Hause gefahren, somit haben wir (Anna, Chripi und ich) uns noch in den schon recht vollen Minibus gequetscht. Es waren noch 3 Plätze frei. Genau die Wackelsitze. Das sind die Sitze, bzw fast schon Hocker, die man um klappen kann um eben weiter nach hintern zu klettern. Diese Hocker waren kaum befestigt und wackelten wie der Name schon sagt seeeeehr. Zudem saß neben mir ne Frau die ihre Tochter aufm Arm hatte. Beide haben geschlafen, sodass die Mama nicht gemerkt hat, dass ihre Tochter schon mehr auf meinem Schoß lag. Aber okay, nach ner Stunde ist sie dann wachgeworden und hat ihre Schlafpositon verändert, zum Glück, denn ich saß wirklich schon unbequem genug.

Zurück in La Paz haben Anna und ich Charly angerufen, und wir sind dann erst einmal chinesisch essen gegangen.
Trotz der Busstrapazen war es ein wunderbares, elternfreies Wochenende. Und die fast 3 Tage in dem Hotel haben mich nur 70$ gekostet :) ALso schon ein guter Preis...find ich...Würde es jedenfalls gerne wiederholen. Bald sind ja 4 Wochen Ferien, mal sehen was wir da planen...

Sonntag, 19. April 2009

Die große Reise

Freitag früh um 5.30 Uhr mussten wir aufstehen um nachmittags am Salzsee (Salar de Uyuni) anzukommen. Auf halber Strecke stand eine Frau am Straßenrand, wie haben angehalten und gefragt was denn los sei. Sie und ihre Familie kannten den Weg nicht und sind dann einfach mal durch die Pampa gefahren und stecken geblieben. Wir mit ihr dahin gefahren, war sehr interessant, weil wir da auch gut hätten stecken bleiben können. Also an sich war es eine Sandwüste, doch dazwischen schlängelte sich so eine Art Mini-Fluss durch in einem Flussbett aus Steinen. Und das Auto steckte mit den Vorderreifen im Schlamm, zwischen Wasser und Sand eben. Die Eltern haben dann versucht das Auto aus dem Schlamm zu ziehen und wir Mädels sind mit den Füßen im Flüsschen umhergelaufen. Diese unendlich groß wirkende Wüste hat mich sehr fasziniert. Musste erstmal ein bisschen spazieren gehen, man ist ja schließlich nicht alle Tage in so einem Wüstending. Als das Auto nach drei Stunden immer noch im Schlamm war (es ja echt übel aus…) beschlossen wir weiter zu fahren und die Frau wieder bei dieser Straße abzusetzen. Natürlich haben wir noch mit ihr gewartet, bis endlich ein passendes Auto kam. Das dumme war nur, dass es in diesem Moment angefangen hat zu regnen, naja, die werden das schon geschafft haben. Abends sind wir dann am Hotel angekommen. Ein Hotel aus Salz, mitten in der Walachei. Nachdem wir gegessen haben sind wir noch auf den Salzsee gefahren. Wahnsinnig beeindruckend, sogar im Dunkeln. Zurück im Hotel haben Nakeena und ich noch stundenlang in unserem Zimmer über Gott und die Welt geredet und sind schließlich in unserem Bett aus Salz eingeschlafen…

Samstag früh haben wir unser ganzes Gepäck auf einen anderen Geländewagen geladen. Von da an waren wir immer mit diesem Wagen und mit unserem Tour Guide unterwegs. Bis zur Mittagszeit haben wir Fotos auf dem See gemacht. Durch seine Fläche von 12.000 km² kann man Fotos machen, dass es zum Beispiel so aussieht, als ob Nakeena auf meine Hand sitzt. Es sind echt tolle Bilder geworden. Dann sind wir weiter gefahren zur Incahuasi (eine Insel, mitten auf dem Salar). Dort gibt es unzählige riesige Kakteen. Wir sind dann auf dieser Insel bis zum „Gipfel“ gestiegen, von dort aus hatten wir einen wunderschönen Blick auf den Salzsee. Auch hier war ich fasziniert wie ein kleines Kind und habe den Mund vor lauter Staunen kaum noch zu bekommen.
Anschließend haben wir am Fuße der Insel Mittag gegessen, was unser Guide zubereitet hatte. Dann ging es weiter mit dem Auto. Erst einmal zu so einer Höhle wo Inkagräber zu sehen waren. Die Gräber waren Löcher im Boden, diese waren jedoch extrem klein, sodass ein normaler Mensch dort nie hineinpassen würde. Der Guide erklärte uns, dass die Inkas früher nur etwa 1,20 m klein waren und die Gräber damit ausreichend waren.
Wenige Stunden später sind wir in unserem nächsten „Hotel“ angekommen. Das erste was uns auffiel war, dass es in unseren Zimmern kein Licht gab, nur eine kleine Kerze. Aber okay, es war gemütlich. Bei diesem Hotel war der gesamte Boden aus Salz. Nach einer erholsamen Dusche habe ich mich mit ein paar deutschen unterhalten (man trifft wirklich überall Leute aus Deutschland…) und es gab Abendessen, was auch der Guide zubereitete. Anschließend wurde noch so ein Würfelspiel gespielt und dann ging es ins Bett.

Am nächsten Tag haben wir die Laguna Salada gesehen, wo echt viele Flamingos leben. Dort haben wir dann auch Mittag gegessen. Auf der Weiterfahrt (immer mitten durch irgendwelche Stein-, Sand- oder was-auch-immer-Wüsten durch) platzte dann ein Hinterreifen. Im Nu wurde er ausgewechselt und es war hoffen angesagt. Hoffen, dass das nicht nochmal passiert, weil wir nun keinen Ersatzreifen mehr hatten. Doch es blieb, Gott sei Dank, bei diesem einen Reifen. Die letzten zwei Stunden bis zu unserem nächsten „Hotel“ sind wir über dunkeln Sand gefahren. Man hat weit und breit nur diesen Harten dunklen Sand gesehen.
Und es war extrem kalt! Als wir in der Unterkunft saßen und einen schönen heißen Tee getrunken haben, hat es sogar ein bisschen geschneit (es hat übrigens ins Hotel rein geschneit…). Im Hotel war es ungefähr so kalt wie draußen, nur das wir wenigstens keinen Wind hatten. Aber wir saßen in mehreren Pullovern, Mütze, Schal und Jacke bei Kerzenlicht um einen kleinen wackeligen Tisch herum und haben wieder unser Würfelspiel gespielt. Hier gab es noch nicht einmal eine Dusche und auch nur 2 Klos (diese hatten keine Klobrillen und waren auch sonst nicht sehr Hotel like…). Durchgefroren wie wir waren hat es uns viel Überwindung gekostet unsere normalen Klamotten gegen Schlafzeug zu tauschen. Doch letzten Endes lagen wir alle mit langen, warmen Sachen (ich hatte 3 Pullover an, 2 paar Socken, eine kurze und eine lange Hose und sogar Handschuhe) in unseren Schlafsäcken worüber wir noch 3 Decken gelegt haben. Am liebsten hätte ich mir noch ne Mütze übers Gesicht gezogen, so kalt war es, aber atmen musste ich ja auch noch… Übrigens haben wir zu siebent in einem Zimmer geschlafen, sah aus wie im Flüchtlingslager: Bett neben Bett, kahle Wände, undichte Fenster…

Um 4.30 Uhr mussten wir am Montag aufstehen, weil die Strecke zum tollen Salzhotel auf dem Plan stand. Um 5 sind haben erst einmal das Auto vom Eis befreit und sind dann losgefahren um gegen 8 Uhr bei einer Stelle, wo es dieses warme Wasser gibt zu frühstücken. Eigentlich hatten wir vor dort baden zu gehen, aber erstens ist es auch dort noch wahnsinnig kalt gewesen, sodass wir uns nicht überwinden konnten Bikinis anzuziehen und zweitens habe ich mit meiner hand das Wasser „vorgetestet“ und mir wäre es auch viel zu heiß gewesen, hätte es keine 2 Minuten da drin ausgehalten. Aber interessant war es trotzdem – wie da einfach mal so heißes Wasser ausm Boden kommt. Auf unserer Fahrt Richtung Uyuni, kamen wir noch an einem aktiven Vulkan vorbei, an der Laguna Colorada/Roja (rote Lagune) , an der Laguna Verde (grüne Lagune, die aber eigentlich eher blau war…) und an mehreren gigantischen Steingebilden, mitten in einer Sandwüste, wo wir auch immer angehalten haben um Fotos zu machen und um fleißig zu staunen :-)
Abends waren wir wieder in unserem sauberen, schönen, edlen Salzhotel. Oh, wie ich die warme Dusche genossen habe! Und mein bequemes Bett danach!

Dienstag ging es nach einem ausgiebigen Frühstück nach Potosie. Auf dem Weg dahin kamen wir an einem „Zugfriedhof“ vorbei, keine Menschenseele war dort, nur ein einziger Soldat, das da anscheinend aufpassen musste. Der tat mir Leid, den ganzen Tag da einsam rumsitzen…
So, lange konnten wir nicht weiterfahren, weil nun bei unserem Auto ein Reifen platzte. Kurzer Reifenwechsel und weiter ging es. In Potosi angekommen, sind wir erst einmal essen gegangen. Dann haben wir eine Kathedrale besichtigt. Von dem Glockenturm aus, konnte man ganz Potosi sehen und die ca. 20 Kirchen die es dort gibt. Potosi ist bekannt für seine Silbermienen und für viele sehr alte Häuser die im Kolonialstil gebaut wurden. Zum Beispiel sind die Dachziegel, die auf Oberschenkeln geformt wurden sehr typisch.
Als es dunkel wurde, sind wir nach Sucre gefahren. Und etwas, was ich schon lange vorher vermutet hatte passierte: wir haben einen Hund überfahren… Ich selber habe geschlafen und bin nur von dem dumpfen Geräusch wachgeworden. Yatzi saß zwischen Nakeena und mir uns konnte so direkt auf die Straße gucken und die arme hat es ganz genau gesehen. Aber hier laufen wirklich andauernd irgendwelche Hunde völlig verstört vor die Autos. Nach dem kurzen Schock sind wir alle wieder eingeschlafen (außer Celo und Tania natürlich…) und im wunderschönen Sucre wach geworden. In Sucre ist es etwas wärmer als in La Paz und fast alle Häuser sind weiß. Dann gibt es viele Palmen und exotische Pflanzen. Die gibt’s in La Paz zwar auch, aber die gehen hier unter, weil alles so voll und dicht an dicht ist. Generell macht Sucre einen saubereren Eindruck als La Paz, ich war sehr begeistert von Sucre und beschloss noch einmal da hin zu fahren, mit einer Freundin. Nachdem wir uns einige Hotels angesehen haben, die aber alle nicht den Vorstellungen von der Familie entsprochen haben, fanden wir nun doch noch das richtige, bzw. mussten dann einfach mal eins nehmen, weil es schon spät war.

Am Mittwoch haben wir uns einige Museen angesehen. Wir waren im Casa de la Libertad, wo die Unabhängigkeitserklärung von Bolivien unterzeichnet wurde, waren im Textilmuseum, welches auch echt interessant war. Durch ihre aufwändige Webarbeit, brauchen die Frauen für einen kleinen Teppich bis zu 3 Monate und sie arbeiten jeden Tag 8 Stunden daran. Zur Mittagszeit haben wir so einen kleinen Bus genommen und sind in den Parque Cretacico gefahren. Dort wurden Dinosaurier in ihrer richtigen Größe dargestellt und man bekam an einer riesigen Felswand versteinerte Spuren von Dinosauriern zu Gesicht.
Nachmittags sind wir in ein Café gegangen und anschließend ein wenig bummeln. Abends wollten Nakeena und ich eigentlich in einen Club gehen. Aber in Sucre haben die Clubs in der Woche nicht auf…anders als in La Paz. So hat sie einen Kumpel angerufen der auch in Sucre war und mit ihm sind wir dann einfach in eine gemütliche Bar gegangen. Waren brav um 12 (okay…etwas später…) wieder im Hotel und haben sofort geschlafen, weil wir am nächsten Tag schon um 9 Uhr losfahren mussten.

Uns stand eine 11-stündige Fahrt bevor. Ich frage mich immer wieder, wie der Papa sowas durchhält… Als wir kurz vor Oruro waren, hätten wir nur noch 4 Stunden bis nach La Paz gebraucht, doch es gab eine Blockade. So richtig mit Steinen auf der Straße und so. Dauert oft eine Woche lang, meinte Nake. Und mit „einen anderen Weg nehmen“ ist hier nicht so einfach. Und übernachten in Oruro möchte auch keiner. Oruro ist sooo arm und gefährlich. Plötzlich haben die Eltern einen Weg entdeckt der mitten in die Pampa führte. Also: hin da! Auf dem Weg schlossen sich uns noch 4 weitere Autos an. Zusammen sind wir dann querfeldein irgendwo hin gefahren und kamen an einer anderen Stelle von Oruro an, wo erst einmal keine blockierte Straße in Sicht war. Wir hatten echt Glück gehabt!
Um 22 Uhr kamen wir in La Paz an. Die Reise war so aufregend und völlig anders als in Deutschland. Sie hat mir total gefallen und trotzdem war ich froh, alleine in meinem Zimmer zu sein. In meinem Bett liegen zu können und einfach mal wieder alleine sein.
Diese abwechslungsreiche Reise werde ich nie vergessen!

...Fotos kommen demnächst, muss mir erstmal die Fotos noch holen, die Nake oder die Eltern mit ihren Kameras gemacht haben... also bitte noch etwas Gedult

Donnerstag, 9. April 2009

Ferien!!!

Endlich Ferien! Morgen früh gehts los. Die ganze Family zum Salzsee und nach Sucre. 6 Tage lang. Es wird soooo toll werden. Also eine Woche lang werden keine Mails etc. von mir kommen ;o)

Eure Caro

PS: Euch auch schöne Ferien!

Autofahren...

Ja… das Autofahren ist so eine Sache für sich. Also angeschnallt wird sich schon mal nicht, außer man sitzt vorne, dann ja. Aber hinten, wo man normalerweise zu viert sitzt, geht anschnallen sowieso nicht ohne weiteres.
Bei Taxis ist alles noch besser, da quetschen sich vorne auf dem Beifahrersitz auch mal zwei Leute. Dann sitzt man (ohne Fahrer) zu sechst im Auto und setzt bei jedem noch so kleinem Hügel auf, was den Fahrer nicht gerade erfreut. Dann verlangt er auch noch mehr Geld, ist ja irgendwo verständlich, trotzdem versuchen wir dann noch es runter zu handeln. Wobei Taxifahren hier echt billig ist.
Der Mindestpreis liegt bei 6 Bolivianos, das sind so zwischen 60 und 70 Cent. Inzwischen kenne ich schon einige Strecken und ihre Preise und da die Taxifahrer es sofort merken, dass ich Ausländerin bin, packen sie gerne mal 2 Bolivianos drauf. Dann rede ich so lange auf ihn ein, bis ich meinen normalen Preis bezahlen muss. Sie versuchen es aber echt immer wieder…
Wenn man mit einem so genannten TRUFI fährt (ein Sammeltaxi) bezahlt man sogar noch weniger. Es ist eigentlich das gleiche wie ein Taxi, nur dass eben fremde Leute neben dir sitzen könnten. Und das TRUFI fährt eine bestimmt Strecke ab, doch das reicht völlig aus.
Die erste Zeit habe ich mich immer erschrocken, weil andauernd gehupt wird. Wenn man zum Beispiel am Straßenrand steht und auf ein Taxi wartet. Dann hupen dich fast alle Autos, die an dir vorbeifahren an. Der Grund: sie machen damit auf sich aufmerksam und signalisieren mir: „Renn jetzt nicht auf die Straße“. Eigentlich recht aufmerksam, aber nervt auch manchmal.

Das Überholen läuft folgendermaßen: Man fährt so lange dicht auf, bis der Vordere die Spur wechselt und man an diesem vorbei fahren kann. Oft ein wenig nervenaufreibend. Doch es verlief hier bis jetzt alles ohne größere Unfälle, außer kleine Auffahrunfälle. Weil hier fahren zwar alle etwas rasant, aber mit nicht sehr hohem Tempo, das ist glaube ich der Grund…

Montag, 6. April 2009

Die Angestellten



Nun ein bisschen etwas zu den Angestellten die hier arbeiten. Wir haben Jobich, Silvi und Max, eigentlich auch noch einen anderen Mann, der kommt aber nur einmal in der Woche um sich um den Garten zu kümmern. Jobich ist ca. 25 und Silvi ist 17, traurig aber wahr. Beide kümmern sich um den Haushalt: machen Essen, decken den Tisch, waschen ab, waschen Wäsche, machen die Betten und räumen gegebenenfalls die Zimmer auf, machen generell überall sauber, also sie haben schon echt viel zu tun.

Max fährt uns quasi immer durch die Gegend, also oft nehme ich auch ein Taxi, weil Max gerade zum Beispiel Tania ins Büro fährt. Und er kümmert sich auch um sowas wie quietschende Türen, Ameisen die hauptsächlich in unseren Betten rumkriechen und alles was sonst noch so anfällt. Max ist also unser „Mädchen für alles“ =) Wie alt Max ist weiss ich nicht, aber ich schätz ihn so Anfang 30. Jobich und Silvi wohnen montags bis samstags in so einem Nebenhaus, während Max abends nach Hause fährt und am nächsten Tag wiederkommt. Auf alle Fälle gewöhnt man sich doch recht schnell daran, dass hinter einem alles sauber gemacht wird, und man selber kaum etwas machen muss. Auch wenn ich Hunger bekomme, kann ich eigentlich zu Silvi sagen, dass sie mir ein Toast machen soll oder so, nur habe ich das noch nie gemacht und werde ich auch nicht. Das ist mir ein bisschen zu heftig…

Colegio Aleman "Mariscal Braun"

Seit nun bald einem Monat gehe ich hier in die Schule und finde es echt toll. Also jetzt nicht Schule an sich… aber die Leute, das Schulgelände, die Lehrer und die etwas andere Art des Unterrichts. Erst einmal muss ich dazu sagen dass ich hier in eine 10. Klasse gehe und nicht wie in Deutschland, die 11. Klasse besuche, zudem bin ich in einer deutschsprachigen Klasse, wo einige Schüler/-innen auch einen deutschen Elternteil haben und somit zweisprachig aufwachsen. Bis auf Spanisch, Psychologie, Musik und Geschichte wird in meiner Klasse alles auf Deutsch unterrichtet. Außerdem habe ich hier Chemie, was ich aus guten Gründen in Deutschland abgewählt habe…nun muss ich mich Dienstags, quasi relativ sinnfrei, aus dem Bett quälen um als erstes zwei Stunden Chemie zu haben. Aber man kann ja nie auslernen… der Lehrer meinte sogar ich soll das Examen mitschreiben, dieses ist morgen. Und ich war erst 2 Chemiestunden da, na ich lass mich mal überraschen, (wenn ich nichts weiss, dann schreib ich ihm einfach auf, wie interessant einige Versuche bei mir abliefen. Wo beim Bleischmelzen das Blei irgendwie explodierte und ich dann vor Schreck die Kelle mit dem heißen Blei durch die Klasse geworfen habe. Das war in der 8.Klasse.)
Mit der Klasse komme ich gut klar. Sind alle echt nett und ich wurde gleich freundlich aufgenommen. Die Lehrer haben alle einen Vertrag für 3 bis 5 Jahre wenn ich das richtig verstanden habe. Danach gehen sie dann zurück nach Deutschland oder verlängern. Als ich das gehört habe, habe ich mir gedacht, dass das auch für mich gar nicht mal so eine schlechte Idee wäre. Ich war sogar ziemlich begeistert davon. Aber da habe ich ja noch ein Weilchen Zeit. Es ist interessant wo die Lehrer so herkommen. Mein Physiklehrer kommt beispielsweise aus Oranienburg (also für die die mich nicht kennen: Oranienburg liegt ganz in der Nähe von meinem Wohnort). Mein Ethiklehrer und seine Frau (meine Englischlehrerin) kommen aus Sachsen, das hört man… Und ihr Sohn geht auch in meine Klasse. Etwas Bemitleidens würdig, weil er nun in zwei Fächern von seinen Eltern unterrichtet wird.
Wenn ich bis um drei Unterricht habe, dann wird mir mein Mittagessen zur Schule gebracht, das ist Luxus! Sowas erwarte ich dann in Deutschland auch Mama und Papa, das ist euch klar, ne? =)
Achso, und wir werden immer zur Schule gefahren von dem Papa und abgeholt von Max, dem Chauffeur.
Das Schulgelände ist sehr groß und es gibt nicht ein einziges Gebäude, sondern sehr viele kleinere Häuser. Immer zwei Etagen und man kann schlecht einschätzen wie viele Klassenräume in einem Haus sind, weil die Häuser extrem verwinkelt sind und hier noch ein Gang und hier noch eine Treppe… Vom Schulhof aus, hat man einen beeindruckenden Blick auf eine riesige Felswand. Wenn man den fast immer blauen Himmel sieht und dann die Felswand, dann sieht das irgendwie unrealistisch aus, wie gemalt, aber sehr schön!
Im Unterricht läuft alles etwas entspannter ab als in Deutschland. Hausaufgaben werden auch nicht allzu ernst genommen. Okay… in Deutschland auch nicht immer. In Deutschland hat es unter Umständen Konsequenzen, hier nicht. Jedenfalls habe ich es noch nicht bemerkt. Und meiner Meinung nach machen wir hier mehr sinnlose Sachen als in unserer Schule in Deutschland. Zum Beispiel haben wir in Mathe eine Übersicht zu den Dreiecksarten gemacht (eine Stunde lang). Das wäre ja gar nicht so schlimm…wenn ich in einer 8.Klasse gewesen wäre und das Zeug nicht im Tafelwerk gestanden hätte, was wir eh immer benutzen dürfen. Also es tut ganz gut, mal was in Mathe zu verstehen, aber wenn ich dann in Deutschland ins Abi einsteige, werde ich mich erst einmal umschauen bei Polynomdivison und Co. Aber gut, wird schon werden.

Carneval de Oruro

Am 21. Februar war es also soweit. Gleich morgens sind wir losgefahren, weil wir vier Stunden im Auto vor uns hatten. Von unserer Familie sind die Eltern, Nakeena und Yatzi mitgekommen. Dann noch eine Freundin von Nakeena und noch eine befreundete Familie. In Oruro angekommen, haben wir erst einmal solche Plastikregenmäntel gekauft. Keine schlechte Idee, wie sich nach zwei Minuten herausstellte. Zur Karnevalszeit kaufen alle Wasserbomben, Wasserpistolen und so ein Schaumzeug, womit andere Leute nach Lust und Laune besprüht werden. Innerhalb kürzester zeit ist man völlig durchnässt und hat überall den weißen Schaum. Aber es macht wirklich solchen Spaß! Vor allem bei den Mädchen, oder Frauen, die sich eine echt schicke Frisur gemacht haben und sich nicht so ein Regenmantelding angezogen haben und bei den Männern, die gegelte Haare haben und am besten noch eine Sonnenbrille aufhaben. Als wir auf dieser Art Tribüne saßen war es noch besser, denn alle die hinter der Tribüne und somit hinter uns langliefen, haben die volle Fuhre abbekommen.
So, als ich dann die ersten Kostüme zu Gesicht bekam war ich echt fasziniert. Knallig bunt, verrückt und protzig waren sie. Die Frauen oder eigentlich waren es eher Mädchen, hatten meistens extrem Knappe Kleider oder Röcke an und Schuhe mit Absätzen, wo einem schwindelig wurde. Die Jungs haben kaum Haut gezeigt… Hatten meistens lange, weite Hosen und Oberteile an. Natürlich habe ich es mir nicht nehmen lassen, mich mit zwei von ihnen fotografieren zu lassen ;o) Die Masken waren teilweise gigantisch groß und sahen echt furchtbar aus, richtige Fratzen, aber auch lustig. Auch so eine Maske habe ich mir mal von einem geklaut. Was die Leute die da mitmachen (und das sind wahnsinnig viele) aushalten müssen ist unbeschreiblich. Am schlimmsten sind die dran, die so eine riesige Maske aufhaben und das schwere Kostüm, was obendrein noch höllisch warm ist, zudem sind sie noch in der puren Sonne und müssen die ganze Zeit tanzen. Das absolute Highlight war ja, dass wir Evo Morales (er ist seit 2006 Präsident) gesehen haben. Er ist mitten in den Umzug hineingelaufen, hat dich ein paar junge Mädels geschnappt und ein bisschen mit ihnen getanzt, dann hat er noch seinen Hut mit einem Mann vom Orchester getauscht, klingt jetzt nicht so interessant, aber ich denke für die Bolivianer war das schon ein schönes Zeichen. Als es dann kühler wurde, sind wir noch essen gegangen und anschließend nach Hause gefahren. Ein unvergesslicher Tag!

Mittwoch, 1. April 2009

Die Sache mit der Gluehbirne...

Die meisten von euch wissen ja sicher, dass ich am zweiten Tag, den ich hier bin, meine Hand an eine heiße Glühbirne gehalten habe. Um die Frage „Caro, wie hast du das denn hingekriegt?“ zu beantworten, hier ein kurzer Bericht: schräg über meinem Bett hängt eine Lampe, bzw. nur eine Glühbirne. Als ich ins Bett gehen wollte musste ich ja zuerst die Bettdecke hochheben. Hab sie etwas weit hochgehoben, nämlich so, dass ich schön die Hand an das verdammt heiße Ding rangehalten hab. Als ich dann ganz erschrocken auf meine Hand geguckt habe, ist immer mehr Haut förmlich weggeschmolzen. Das sah ekelhaft aus. Nachdem ich einen Monat lang sonen Verband tragen musste siehts jetzt schon ganz gut aus.

Die Familie

Hier im Haus sind wir 7 Leute: Papa Marcelo, Mama Tania und die 4 Schwestern. Eresarie ist mit 9 Jahren die jüngste, gefolgt von der 12jährigen Kiana. Yatzi (14 Jahre) und Nakeena (16 jahre) sind die beiden älteren. Marcelo arbeitet in einer Bank und Tania arbeitet mit ihrer Freundin zusammen. Sie hat sich viele Jahre um Obdachlose gekümmert. Und gibt nun jungen Menschen mit Problemen, psychologische Hilfe. Von ihr habe ich schon viele Ratschläge erhalten, und viel gelernt über meine eigene Person.
Die Mädels gehen alle auf die deutsche Schule und sie haben völlig unterschiedliche Charaktere. Bis auf einige Verständigungsprobleme verstehe ich mich, denke ich, ganz gut mit ihnen.
Jeden Sonntag wird erst einmal ausgeschlafen und anschließend gefrühstückt. Meistens Pancakes mit Sirup – ungewohnt zum Frühstück, aber lecker. Dann schlagen wir irgendwie die Zeit tot, mit lernen oder fahren ins Zentrum und gehen auf einen Markt oder so und gehen zum Mittag in ein Restaurant. Um halb sechs gehen wir alle in die Kirche. Wenn wir dann wieder zu Hause sind wird Essen bestellt und wir gucken alle zusammen einen Film.
Bei Geburtstagen kommt immer die ganze Familie zusammen. Das sind dann mal eben ca. 20 Leute.

Die Ankunft

Mit einem fetten Grinsen im Gesicht lief ich die Treppe vom Flugzeug hinunter. Gemeinsam mit André ging ich Richtung Check Out, als ich plötzlich hinter einer riesigen Scheibe vom Flughafengebäude eine Familie ausmachte. Als erstes sah ich Nakeena, dann war ich mir natürlich sicher, dass es DIE Familie ist. Wie verrückt winkten wir uns zu (ich weiß, „winkten“ klingt echt komisch, aber die Rechtschreibkorrektur hat mir „wunken“ rot unterstrichen…). André und ich gingen zu dieser Gepäckabholstelle…wie man das auch immer nennen mag und warteten auf unsere Koffer. Mein Koffer, wo die ganzen Klamotten drin waren kam sofort, doch der andere, mit den ganzen Geschenken, ließ auf sich warten. Als dann kein Koffer mehr auf dem Band war, wendete ich mich an das Personal. Sie winkte mich hinter sich her Richtung Ausgang. Da sah ich natürlich als erstes die Familie und fiel erst einmal jedem in die Arme. Reden konnten wir nur kurz, dann sind die Mama und ich mit dieser Frau mitgegangen und haben das mit dem Koffer geklärt. Er wollte anscheinend in New York bleiben und kam fast 2 Wochen später an…
Als erstes habe ich nur Englisch geredet, ohne es wirklich zu merken, da ich mich die letzten 35 Stunden auch nur auf Englisch unterhalten habe. Auf dem Weg nach La Paz, nach Cota Cota, mussten wir von dem hoch gelegenen El Alto durch halb La Paz fahren. Wir durchquerten die Gebiete wo die ärmsten Menschen leben. Ich habe noch nie so viele Hunde frei rumlaufen sehen. Kleine Kinder schlafen auf oder neben der Straße. Überall sieht man betrunkene Leute, die auch einfach irgendwo rumliegen. Je tiefer wir kamen, desto besser wurden die Häuser, desto größer und protziger die Autos. Die Häuser von den Armen Leuten haben alle dieselbe Farbe. Nämlich Backsteinrot/-orange. Die Menschen streichen ihre Häuser nicht an, weil sie sonst Steuern bezahlen müssten, weil das anstreichen als Zeichen, dass das Haus nun fertig ist, angesehen wird. Unterwegs hielten wir vor dem Büro vom Papa an und tauschten die Autos. Er blieb im Büro und wir fuhren mit dem Auto von Tania nach Hause.

Der Hinflug

Bei dem Flug nach New York kam ich als eine der letzten Passagiere an Bord… Nervös ging ich an das andere Ende des Flugzeuges. Als ich in Reihe 38 angekommen war, war ich erst einmal erleichtert auf meinem Nebensitz eine Person vorzufinden, die nicht älter als 25 aussah. Es stellte sich heraus, dass er aus Mexico kommt, Raul heißt (ich konnte diesen Namen natürlich nicht aussprechen …), 22 war und genau wie ich eine Ewigkeit in New York auf seinen nächsten Flug warten musste. Wir beschlossen gleich zusammen zu warten. Wir haben uns auf Anhieb super verstanden und somit bestand ein Großteil des Fluges aus Lachanfällen. Wir haben natürlich die ganze Zeit Englisch gesprochen, weil er kein Deutsch kann und ich ja kein Spanisch. Doch wir haben ein bisschen geübt…hatten ja schließlich 9 Stunden Zeit. Als erstes habe ich festgestellt, dass die Flugzeugwand neben dem Fenster an meinem Platz ein Loch hatte. Generell hat an vielen Stellen (an Wand und an den Sitzen) das Innenfutter bzw. Styropor rausgeguckt. Trotz der Ablenkung, war es anstrengend so lange in dem Sitz zu hängen. Als wir uns dem „Big Apple“ näherten hatte ich Hoffnung etwas von der Stadt zu sehen. Ich wurde enttäuscht. Nur die Freiheitsstatue war kurzzeitig und weit weg und winzig klein auszumachen. In NY gab es für mich erst einmal Schwierigkeiten. Ich hatte nämlich einen Zettel ausgefüllt, der in englischer Sprache verfasst war und nicht in deutscher. Übrigens musste ich da eigentlich nur meinen Namen und meine Flugnummer eintragen. Aber das war anscheinend schon ein mittelschweres Drama für den Beamten, der vor mir am Schalter saß. Weitere Problemchen ließen nicht auf sich warten. Nachdem Raul und ich unsere Koffer geholt hatten und wir zur nächten Kontrolle weitergeleitet wurden, wurde mir gesagt, dass ich erst meine weiteren Tickets holen muss. Raul war in der Zeit schon durch die Kontrolle durch. Ich musste zu einem Terminal, der quasi am anderen Ende des Airports war und somit haben wir uns dann verloren. Echt schade, weil ich die ersten 3 Stunden alleine durch geschätzte 20 Duty-Free Shops geschlendert bin. Zwischenzeitig hatte ich mich natürlich nach dem Ticketschalter meiner nächsten Airline umgesehen. Der war selbstverständlich noch nicht offen. Dann hatte ich keine Lust mehr alleine zu warten. Als ich, inzwischen zum dritten Mal durch einen der Shops lief, sah ich jemanden, der auch alleine rumstand. Nach kurzem Überlegen ging ich dann einfach mal hin und hab ihn gefragt ob hier auch noch ne Weile warten muss. Dann haben wir bei einem riesigen Pot Kaffee über alles Mögliche gequatscht. Tom ist 28, wohnt seit 4 Jahren in New York und kommt aus Irland. Zusammen sind wir dann nochmal durch alle Shops gegangen. Es war faszinierend, dass es bei so ziemlich allen Klamotten nur folgende Größen gab: Medium, Large und Extra Large. Außer in diesem einen Shop, wo wir auch beide fündig wurden. Ich hab mir zwei Oakley Shirts gekauft. Ursprünglich für jeweils 24 Dollar. Davon wurden noch 40% Rabatt abgezogen. Irgendwie hat der Verkäufer aber zwei Mal 40 % abgezogen. Somit hab ich ein echtes Schnäppchen gemacht und hatte Mühe mir im Laden noch nichts anmerken zu lassen =)

Im Flugzeug von New York nach Lima hatte ich in der Mittleren Reihe einen Platz am Gang. Somit hatte ich kein Fenster wo ich mich anlehnen konnte, das war vielleicht anstrengend. Und vor mir saßen 3 Kinder. Und sie waren nicht leise. Aber der unbequeme Sitz hat mich viel mehr gestört. Das was jedoch echt toll war, waren die Fernseher. In jedem Sitz war einer. Man hatte eine Auswahl von ca 1000 Filmen in verschiedenen Sprachen. Dazu gabs noch eine riesige Auswahl an Spielen. So konnte man sich die Flugzeit schon ganz gut vertreiben. Als ich in Lima angekommen bin, bin ich erstmal ins nächste Bad gegangen um Zähne zu putzen und das Shirt zu wechseln. Ich werde nie wieder fliegen ohne mir ein Wechselshirt mitzunehmen. Weil irgendwie kommt man zwischenzeitig doch ins Schwitzen wenn man zwei 22-Kilo Koffer und nen Rucksack zu schleppen hat. In Lima durfte ich dann 4 Stunden warten. Da ich inzwischen wahnsinnigen Hunger hatte musste ich mir also ein Sandwich für $ 4,50 kaufen… und das war schon mit das günstigste. Also die Preise an den Flughäfen sind echt übertrieben. Ansonsten habe ich die Zeit damit verbracht, auf einer der Bänke versuchen zu schlafen. Doch trotz meiner Müdigkeit ging es einfach nicht. Der Flug nach El Alto (ein Vorort von La Paz) war der interessanteste. Mein Sitznachbar (ich glaube André oder so ähnlich…) hatten gerade einen Becher mit Cola in der Hand, als das Flugzeit „absackte“. Dann kam die Durchsage, dass wir uns anschnallen sollen, was wir ,glaube ich, auch ohne Ansage gemacht hätten, da wir unser Gewicht teilweise nicht mehr in den Sitzen spürten. Wir hatten Mühe nicht die Cola zu verschütten. Aber ich fand es lustig =) André wohnt 4 Straßen neben uns. Aber ich bin mir nicht mehr ganz sicher. Auch ihn habe ich dann beim auschecken verloren…

Montag, 26. Januar 2009

Bald bald bald...

Da mein Profil schon so fleißg besucht wurde, dachte ich mir, schon einen Eintrag zu machen, damit ihr alle was zum Lesen habt. Am 9.Februar geht es also los. Abenteuer Bolivien. Bzw. erstmal Abenteuer Fliegen und in New York und Lima umsteigen und Flugzeug und Terminal wechseln... 32 Stunden werde ich unterwegs sein. Heute wurden schon fleißig Geschenke für meine Gastfamilie gekauft.
Wenn alles nach Plan läuft, was ich aufgrund des bolivianischen Temperaments etwas anzweifle, bin ich über meinem Geburtstag in Oruro, um dort Bacanes (Karneval in Bolivien) zu feiern.

Nagut, das wars fürs erste. Gibt ja auch noch nichts aufregendes, neues zu berichten...