Montag, 6. April 2009

Carneval de Oruro

Am 21. Februar war es also soweit. Gleich morgens sind wir losgefahren, weil wir vier Stunden im Auto vor uns hatten. Von unserer Familie sind die Eltern, Nakeena und Yatzi mitgekommen. Dann noch eine Freundin von Nakeena und noch eine befreundete Familie. In Oruro angekommen, haben wir erst einmal solche Plastikregenmäntel gekauft. Keine schlechte Idee, wie sich nach zwei Minuten herausstellte. Zur Karnevalszeit kaufen alle Wasserbomben, Wasserpistolen und so ein Schaumzeug, womit andere Leute nach Lust und Laune besprüht werden. Innerhalb kürzester zeit ist man völlig durchnässt und hat überall den weißen Schaum. Aber es macht wirklich solchen Spaß! Vor allem bei den Mädchen, oder Frauen, die sich eine echt schicke Frisur gemacht haben und sich nicht so ein Regenmantelding angezogen haben und bei den Männern, die gegelte Haare haben und am besten noch eine Sonnenbrille aufhaben. Als wir auf dieser Art Tribüne saßen war es noch besser, denn alle die hinter der Tribüne und somit hinter uns langliefen, haben die volle Fuhre abbekommen.
So, als ich dann die ersten Kostüme zu Gesicht bekam war ich echt fasziniert. Knallig bunt, verrückt und protzig waren sie. Die Frauen oder eigentlich waren es eher Mädchen, hatten meistens extrem Knappe Kleider oder Röcke an und Schuhe mit Absätzen, wo einem schwindelig wurde. Die Jungs haben kaum Haut gezeigt… Hatten meistens lange, weite Hosen und Oberteile an. Natürlich habe ich es mir nicht nehmen lassen, mich mit zwei von ihnen fotografieren zu lassen ;o) Die Masken waren teilweise gigantisch groß und sahen echt furchtbar aus, richtige Fratzen, aber auch lustig. Auch so eine Maske habe ich mir mal von einem geklaut. Was die Leute die da mitmachen (und das sind wahnsinnig viele) aushalten müssen ist unbeschreiblich. Am schlimmsten sind die dran, die so eine riesige Maske aufhaben und das schwere Kostüm, was obendrein noch höllisch warm ist, zudem sind sie noch in der puren Sonne und müssen die ganze Zeit tanzen. Das absolute Highlight war ja, dass wir Evo Morales (er ist seit 2006 Präsident) gesehen haben. Er ist mitten in den Umzug hineingelaufen, hat dich ein paar junge Mädels geschnappt und ein bisschen mit ihnen getanzt, dann hat er noch seinen Hut mit einem Mann vom Orchester getauscht, klingt jetzt nicht so interessant, aber ich denke für die Bolivianer war das schon ein schönes Zeichen. Als es dann kühler wurde, sind wir noch essen gegangen und anschließend nach Hause gefahren. Ein unvergesslicher Tag!

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