Zwei Wochen war ich nun krank. Habe das Haus kaum verlassen, damit es nicht wieder schlimmer wird. Zu Hause war ich fast nur in meinem Zimmer. Habe mir viele Fotos aus Deutschland angesehen und viel nachgedacht. Doe Folge davon war, ganz klar, Heimweh. Ich habe mich einsam und schlecht gefühlt. Sobald eine der Schwestern etwas gesagt hat, was zwar nicht ernst gemeint war, mich aber doch irgendwie getroffen hat, war ich den Tränen nah oder habe sogar losgeheult. Einen Tag beim Mittagessen hat mich dann Tania gefragt: "Caro, ist alles okay? Du bist den ganzen Tag in deinem Zimmer, kommst zum Essen runter, bringst dich nicht ins Gespräch mit ein und nach dem Essen verschwindest du wieder in deinem Zimmer." Ich meinte, dass ich einfach krank bin und diesmal erst richtig gesund sein möchte, bevor ich wieder etwas unternehme. Dann hat mich Tania mit diesem Blick angesehen und ich habe gemerkt, dass mein Heimweh doch stärker ist, als ich erst dachte und schon kullerten die Tränen erneut. Ich meine, ich bin inzwischen mehr als 4 Monate hier, fast schon 5 Monate! Und bis jetzt ging es immer mit dem Heimweh, doch durch die Krankheit und das zu Hause sein kam es dann zum Vorschein =)
Dann hat mir Tania erzählt, dass es auch ganz oft sonst so ist, dass ich einfach in meinem Zimmer bin und die Tür ist zu. Wenn mich die Mädels fragen wollen, ob ich etwas mit ihnen spiele, sehen sie, dass die Tür zu ist und das heißt für sie 'Caro will ihre Ruhe haben'. Ich bin es gewohnt meine Tür zu zumachen. Und für mich heißt es keinenfalls, dass ich keinen sehen will. Und das ich auch sonst oftmals alleine in meinem Zimmer bin, liegt vielleicht daran, dass ich einfach mein ganzes Leben die einzige Tochter war und auch oft alleine zu Hause. Und es ist nicht so einfach sich etwas vollständig abzugewöhnen, was 16 Jahre lang Gewohnheit war.
Seitdem habe ich vielmehr mit meinen jüngeren Schwestern gemacht. Wir haben Wii gespielt, quatschen zusammen, gehen einkaufen um einen Kuchen zu backen, puzzlen und ich fühle mich jetzt einfach noch wohler hier. Außerdem ist meine Tür jetzt immer offen. Und ich habe die Gardinen die vor dem Fenster was quasi die Wand zwischen Treppenhaus und meinem Zimmer ist auf gemacht.
Interessant was eine geschlossene Tür in unterschiedlichen Kulturen so für Bedeutungen hat ...
Montag, 29. Juni 2009
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Hallo Caro,
AntwortenLöschenwir haben mit Interesse dein Tagebuch gelesen. Es sind sehr schöne Fotos entstanden. Der Beitrag mit der geheimnisvollen Tür hinterläßt bei mir einige Fragen. Ich glaube nicht, daß Du nicht weißt wie eine verschlossene Tür auf andere wirkt. Das hat nichts mit Einzelkind zu tun...
So jetzt habe ich genug gelehrert und wünsche Dir noch ein paar schöne und vorallem erlebnisreiche Tage in der Ferne.
Schöne Grüsse von Kathrin und André , der wieder Deinen Vater und Deine Mutter abgestrafft hat beim Wikingerspiel ( beide verloren trotz alt bewährter Falschspielerei)