Seit nun bald einem Monat gehe ich hier in die Schule und finde es echt toll. Also jetzt nicht Schule an sich… aber die Leute, das Schulgelände, die Lehrer und die etwas andere Art des Unterrichts. Erst einmal muss ich dazu sagen dass ich hier in eine 10. Klasse gehe und nicht wie in Deutschland, die 11. Klasse besuche, zudem bin ich in einer deutschsprachigen Klasse, wo einige Schüler/-innen auch einen deutschen Elternteil haben und somit zweisprachig aufwachsen. Bis auf Spanisch, Psychologie, Musik und Geschichte wird in meiner Klasse alles auf Deutsch unterrichtet. Außerdem habe ich hier Chemie, was ich aus guten Gründen in Deutschland abgewählt habe…nun muss ich mich Dienstags, quasi relativ sinnfrei, aus dem Bett quälen um als erstes zwei Stunden Chemie zu haben. Aber man kann ja nie auslernen… der Lehrer meinte sogar ich soll das Examen mitschreiben, dieses ist morgen. Und ich war erst 2 Chemiestunden da, na ich lass mich mal überraschen, (wenn ich nichts weiss, dann schreib ich ihm einfach auf, wie interessant einige Versuche bei mir abliefen. Wo beim Bleischmelzen das Blei irgendwie explodierte und ich dann vor Schreck die Kelle mit dem heißen Blei durch die Klasse geworfen habe. Das war in der 8.Klasse.)
Mit der Klasse komme ich gut klar. Sind alle echt nett und ich wurde gleich freundlich aufgenommen. Die Lehrer haben alle einen Vertrag für 3 bis 5 Jahre wenn ich das richtig verstanden habe. Danach gehen sie dann zurück nach Deutschland oder verlängern. Als ich das gehört habe, habe ich mir gedacht, dass das auch für mich gar nicht mal so eine schlechte Idee wäre. Ich war sogar ziemlich begeistert davon. Aber da habe ich ja noch ein Weilchen Zeit. Es ist interessant wo die Lehrer so herkommen. Mein Physiklehrer kommt beispielsweise aus Oranienburg (also für die die mich nicht kennen: Oranienburg liegt ganz in der Nähe von meinem Wohnort). Mein Ethiklehrer und seine Frau (meine Englischlehrerin) kommen aus Sachsen, das hört man… Und ihr Sohn geht auch in meine Klasse. Etwas Bemitleidens würdig, weil er nun in zwei Fächern von seinen Eltern unterrichtet wird.
Wenn ich bis um drei Unterricht habe, dann wird mir mein Mittagessen zur Schule gebracht, das ist Luxus! Sowas erwarte ich dann in Deutschland auch Mama und Papa, das ist euch klar, ne? =)
Achso, und wir werden immer zur Schule gefahren von dem Papa und abgeholt von Max, dem Chauffeur.
Das Schulgelände ist sehr groß und es gibt nicht ein einziges Gebäude, sondern sehr viele kleinere Häuser. Immer zwei Etagen und man kann schlecht einschätzen wie viele Klassenräume in einem Haus sind, weil die Häuser extrem verwinkelt sind und hier noch ein Gang und hier noch eine Treppe… Vom Schulhof aus, hat man einen beeindruckenden Blick auf eine riesige Felswand. Wenn man den fast immer blauen Himmel sieht und dann die Felswand, dann sieht das irgendwie unrealistisch aus, wie gemalt, aber sehr schön!
Im Unterricht läuft alles etwas entspannter ab als in Deutschland. Hausaufgaben werden auch nicht allzu ernst genommen. Okay… in Deutschland auch nicht immer. In Deutschland hat es unter Umständen Konsequenzen, hier nicht. Jedenfalls habe ich es noch nicht bemerkt. Und meiner Meinung nach machen wir hier mehr sinnlose Sachen als in unserer Schule in Deutschland. Zum Beispiel haben wir in Mathe eine Übersicht zu den Dreiecksarten gemacht (eine Stunde lang). Das wäre ja gar nicht so schlimm…wenn ich in einer 8.Klasse gewesen wäre und das Zeug nicht im Tafelwerk gestanden hätte, was wir eh immer benutzen dürfen. Also es tut ganz gut, mal was in Mathe zu verstehen, aber wenn ich dann in Deutschland ins Abi einsteige, werde ich mich erst einmal umschauen bei Polynomdivison und Co. Aber gut, wird schon werden.
Montag, 6. April 2009
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