Da wir ein neues Auto haben, mussten wir nach Copacabana fahren, um die Autotaufe durchzuführen. Samstag Vormittag ging es los. Da das neue Auto klein ist und wir da nicht alle reinpassen, mussten wir mit zwei Autos fahren. Papa Marcelo und die beiden kleinsten Schwestern Kiana und Eresarie sind in dem großen schwarzen Wagen gefahren und Mama Tania, Yatz, Nake und ich in dem neuen blauen.
Der Titicacasee war dieses Mal viel blauer als das letzte Mal, da wir blauen, wolkenfreien Himmel hatten.
Nach dem Mittagessen haben wir Mädels uns solche Hippizöpfe machen lassen. Es ist schwer zu beschreiben, aber man nimmt eine kleine Haarsträhne und drei verschiedenfarbige Fäden. Mit diesen Fäden wird die Strähne dann so umwickelt, dass man die Strähne nicht mehr sieht. Dann werden noch bunte Perlen mit eingearbeitet. Das ganze hat 20Bs, also etwa 2,30Euro gekostet.
Danach sind wir dann zur Kirche gefahren, wo das Auto getauft wurde. Abends haben wir an der Messe teilgenommen. Copacabana ist ein sehr religiöser Ort hier in Bolivien. Und immer wenn wir mit dem Auto irgendwo hinfahren (zum Beispiel jeden morgen wenn wir zur Schule fahren), beten wir zu der Jungfrau von Copacabana. Demnach war es wichtig, an der Messe teilzunehmen. Nur leider hat sie dort 2 Stunden gedauert und war nur halbso interessant wie in unserer Kirche hier in San Miguel in La Paz. Es gab dort keinen Chor, der schöne Lieder gesungen hat, wo alle mitsingen und tanzen. Die Musik kam aus Boxen, wurde von einer CD abgespielt und war genauso einschläfernd wie die Stimme von dem Vater. Um 21 Uhr waren wir endlich erlöst.
Zum Abendessen waren wir im Hotel. Obwohl ich ja nicht so der Fischesser bin habe ich den typischen Titicacasee-Fisch "Trucha" gegessen. Genauer Lasagne mit Trucha. Und es war kööööstlich! Nach dem Essen haben Nakeena und ich gehofft Erlaubnis zum Ausgehen zu bekommen... es blieb beim hoffen. Copacabana sei zu gefährlich. Naja, der Abend war trotzdem herrlich. Nakeena, Yatz, Kiana und ich haben so ein Kartenspiel gespielt "Kempf". Wir waren den ganzen Abend nur am lachen.
Gegen 24 Uhr sind wir dann auf unsere Zimmer gegangen. ich war mit Nake und Yatzi in einem Zimmer. Zusammen haben wir noch "House of wax" gesehen und sind dann schlafen gegangen. Am nächsten Tag hätten wir fast das Frühstück verpennt...
Dann sind wir wieder in die Kirche gegangen, und anschließend sind wir durch die Straßen von Copacabana gegangen. Dort gibt es alle möglichen tradiotionellen Sachen aus Bolivien. Ich habe eine Hippitasche gakauft, bunte Handschuhe, Halsketten, Armbänder,... Nach dem Mittagessen ging es dann wieder in die Kirche um die Jungfrau von Copacabana zu verabschieden, und wir machten uns auf den Heimweg.
Zu Hause angekommen, haben wir Burger gegessen und "Corazon de Tinta" (Tintenherz) gesehen. Für mich ein Erfolg, da der Film auf Spanisch war, und ich es recht gut verstanden habe (okay ich habe das Buch gelesen und wusste worum es geht, aber trotzdem...).
Wiedermal ein totaaal tolles Wochenende!
Montag, 29. Juni 2009
Heimweh und das Geheimnis der geschlossenen Tür :)
Zwei Wochen war ich nun krank. Habe das Haus kaum verlassen, damit es nicht wieder schlimmer wird. Zu Hause war ich fast nur in meinem Zimmer. Habe mir viele Fotos aus Deutschland angesehen und viel nachgedacht. Doe Folge davon war, ganz klar, Heimweh. Ich habe mich einsam und schlecht gefühlt. Sobald eine der Schwestern etwas gesagt hat, was zwar nicht ernst gemeint war, mich aber doch irgendwie getroffen hat, war ich den Tränen nah oder habe sogar losgeheult. Einen Tag beim Mittagessen hat mich dann Tania gefragt: "Caro, ist alles okay? Du bist den ganzen Tag in deinem Zimmer, kommst zum Essen runter, bringst dich nicht ins Gespräch mit ein und nach dem Essen verschwindest du wieder in deinem Zimmer." Ich meinte, dass ich einfach krank bin und diesmal erst richtig gesund sein möchte, bevor ich wieder etwas unternehme. Dann hat mich Tania mit diesem Blick angesehen und ich habe gemerkt, dass mein Heimweh doch stärker ist, als ich erst dachte und schon kullerten die Tränen erneut. Ich meine, ich bin inzwischen mehr als 4 Monate hier, fast schon 5 Monate! Und bis jetzt ging es immer mit dem Heimweh, doch durch die Krankheit und das zu Hause sein kam es dann zum Vorschein =)
Dann hat mir Tania erzählt, dass es auch ganz oft sonst so ist, dass ich einfach in meinem Zimmer bin und die Tür ist zu. Wenn mich die Mädels fragen wollen, ob ich etwas mit ihnen spiele, sehen sie, dass die Tür zu ist und das heißt für sie 'Caro will ihre Ruhe haben'. Ich bin es gewohnt meine Tür zu zumachen. Und für mich heißt es keinenfalls, dass ich keinen sehen will. Und das ich auch sonst oftmals alleine in meinem Zimmer bin, liegt vielleicht daran, dass ich einfach mein ganzes Leben die einzige Tochter war und auch oft alleine zu Hause. Und es ist nicht so einfach sich etwas vollständig abzugewöhnen, was 16 Jahre lang Gewohnheit war.
Seitdem habe ich vielmehr mit meinen jüngeren Schwestern gemacht. Wir haben Wii gespielt, quatschen zusammen, gehen einkaufen um einen Kuchen zu backen, puzzlen und ich fühle mich jetzt einfach noch wohler hier. Außerdem ist meine Tür jetzt immer offen. Und ich habe die Gardinen die vor dem Fenster was quasi die Wand zwischen Treppenhaus und meinem Zimmer ist auf gemacht.
Interessant was eine geschlossene Tür in unterschiedlichen Kulturen so für Bedeutungen hat ...
Dann hat mir Tania erzählt, dass es auch ganz oft sonst so ist, dass ich einfach in meinem Zimmer bin und die Tür ist zu. Wenn mich die Mädels fragen wollen, ob ich etwas mit ihnen spiele, sehen sie, dass die Tür zu ist und das heißt für sie 'Caro will ihre Ruhe haben'. Ich bin es gewohnt meine Tür zu zumachen. Und für mich heißt es keinenfalls, dass ich keinen sehen will. Und das ich auch sonst oftmals alleine in meinem Zimmer bin, liegt vielleicht daran, dass ich einfach mein ganzes Leben die einzige Tochter war und auch oft alleine zu Hause. Und es ist nicht so einfach sich etwas vollständig abzugewöhnen, was 16 Jahre lang Gewohnheit war.
Seitdem habe ich vielmehr mit meinen jüngeren Schwestern gemacht. Wir haben Wii gespielt, quatschen zusammen, gehen einkaufen um einen Kuchen zu backen, puzzlen und ich fühle mich jetzt einfach noch wohler hier. Außerdem ist meine Tür jetzt immer offen. Und ich habe die Gardinen die vor dem Fenster was quasi die Wand zwischen Treppenhaus und meinem Zimmer ist auf gemacht.
Interessant was eine geschlossene Tür in unterschiedlichen Kulturen so für Bedeutungen hat ...
Montag, 8. Juni 2009
Was gibts neues!?
So, ich bin erkältet. (Das musste erstmal raus...) Bin heute den ganzen Tag zu Hause gewesen, im Bett und werde hier auch noch den morgigen Tag verbringen wies aussieht.
Seit einer Woche haben wir keine Angestellten mehr. Nur noch Max. Jovich ist schwanger und Sylvi ist ohne sich "abzumelden" einfach gegangen. Nun haben wir Ersatz gefunden, doch die Tage wo niemand da war, waren stressig. Letzte Woche habe ich dann mal Abendessen gemacht. Zwei Stunden stand ich in der Küche. Es war nicht lustig. Also okay ich fands gut, aber danach war ich total erledigt. Schäl mal Kartoffeln (aber keine deutschen, sondern die von hier, total uneben und dann auch noch mit nem stumpfen, viel zu großem Messer) für 7 Leute. Ich habe verucht Bauernfrühstück zu machen. Erstmal Zwiebeln und Speck angebraten. Bzw verbrannt. Weil man den Herd hier nicht gut einstellen kann, war das alles zu heiß und naja... Dann sind die Kartoffeln hier echt voll anders. Mit gleich braten geht hier nämlich nicht (wurde mir im nachhinein erklärt). Erst vorkochen, dann braten. Nunja, die Würstchen haben Blasen bekommen und sahen total verkrüppelt aus und das Rührei hat mehr nach Plaste geschmeckt, weil der Plastelöffel in der Pfanne geschmolzen ist :-)
Letzten Endes hat alles zusammen gar nicht mal sooo schlecht geschmeckt. Tania war sogar sehr begeistert von meine Zwiebel-Speck-Bratkartoffel Variante. (Also quasi ein Dankeschön an meinen Papa, der die leckersten Bratkartoffeln macht :) )
Wenn ich das nächste Mal was zu essen machen, dann NICHTS mit Kartoffeln, das steht fest.
Neulich war ich in nem Piercingstudio um mir auf jeder Seite noch ein drittes Ohrloch stechen zu lassen. Das Vorurteil, dass es in Bolivien in solchen Piercingstudios dreckig und keimig ist, stimmt nicht ganz. Sicher ist es in Deutschland noch etwas sauberer (kann ich allerdings auch nicht ganz beurteilen) aber da wo ich war, war es voll okay. War ja auch nun keine große Sache. War mit nem Kumpel da (der, der auch mit in Los Yungas war) und hab mit ihm geredet, sodass ichs (fast) gar nicht mitbekommen habe. ich denke allerdings, dass es hier auch viele nicht so tolle Piercingstudios gibt...
So mehr "neues" fällt mir grade nicht ein.... ca. 9 Wochen noch, dann komm ich zurück =) Bin schon 4 Monte hier, unglaublich!
Seit einer Woche haben wir keine Angestellten mehr. Nur noch Max. Jovich ist schwanger und Sylvi ist ohne sich "abzumelden" einfach gegangen. Nun haben wir Ersatz gefunden, doch die Tage wo niemand da war, waren stressig. Letzte Woche habe ich dann mal Abendessen gemacht. Zwei Stunden stand ich in der Küche. Es war nicht lustig. Also okay ich fands gut, aber danach war ich total erledigt. Schäl mal Kartoffeln (aber keine deutschen, sondern die von hier, total uneben und dann auch noch mit nem stumpfen, viel zu großem Messer) für 7 Leute. Ich habe verucht Bauernfrühstück zu machen. Erstmal Zwiebeln und Speck angebraten. Bzw verbrannt. Weil man den Herd hier nicht gut einstellen kann, war das alles zu heiß und naja... Dann sind die Kartoffeln hier echt voll anders. Mit gleich braten geht hier nämlich nicht (wurde mir im nachhinein erklärt). Erst vorkochen, dann braten. Nunja, die Würstchen haben Blasen bekommen und sahen total verkrüppelt aus und das Rührei hat mehr nach Plaste geschmeckt, weil der Plastelöffel in der Pfanne geschmolzen ist :-)
Letzten Endes hat alles zusammen gar nicht mal sooo schlecht geschmeckt. Tania war sogar sehr begeistert von meine Zwiebel-Speck-Bratkartoffel Variante. (Also quasi ein Dankeschön an meinen Papa, der die leckersten Bratkartoffeln macht :) )
Wenn ich das nächste Mal was zu essen machen, dann NICHTS mit Kartoffeln, das steht fest.
Neulich war ich in nem Piercingstudio um mir auf jeder Seite noch ein drittes Ohrloch stechen zu lassen. Das Vorurteil, dass es in Bolivien in solchen Piercingstudios dreckig und keimig ist, stimmt nicht ganz. Sicher ist es in Deutschland noch etwas sauberer (kann ich allerdings auch nicht ganz beurteilen) aber da wo ich war, war es voll okay. War ja auch nun keine große Sache. War mit nem Kumpel da (der, der auch mit in Los Yungas war) und hab mit ihm geredet, sodass ichs (fast) gar nicht mitbekommen habe. ich denke allerdings, dass es hier auch viele nicht so tolle Piercingstudios gibt...
So mehr "neues" fällt mir grade nicht ein.... ca. 9 Wochen noch, dann komm ich zurück =) Bin schon 4 Monte hier, unglaublich!
AN ALLE LESER!
Sooo mich interessiert nun doch einmal, wer denn so meine Berichte liest! :-)
Denn wie ich erfahren habe lesen so einige still mit, von denen ich gar nicht wusste, dass sie überhaupt meine Blogadresse haben.
Möchte ja jetzt hier keine Namen nennen, so wie Magrit :) oder Marcel haha
Aber schreibt doch einfach mal kurz und knapp wer hier so alles mitliest, für mich =)
Weil ich so neugierig bin :-)
Danke
(ich hoffe ich habe mich jetzt nicht umsonst bedankt...)
Denn wie ich erfahren habe lesen so einige still mit, von denen ich gar nicht wusste, dass sie überhaupt meine Blogadresse haben.
Möchte ja jetzt hier keine Namen nennen, so wie Magrit :) oder Marcel haha
Aber schreibt doch einfach mal kurz und knapp wer hier so alles mitliest, für mich =)
Weil ich so neugierig bin :-)
Danke
(ich hoffe ich habe mich jetzt nicht umsonst bedankt...)
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