Sonntag, 19. April 2009
Die große Reise
Samstag früh haben wir unser ganzes Gepäck auf einen anderen Geländewagen geladen. Von da an waren wir immer mit diesem Wagen und mit unserem Tour Guide unterwegs. Bis zur Mittagszeit haben wir Fotos auf dem See gemacht. Durch seine Fläche von 12.000 km² kann man Fotos machen, dass es zum Beispiel so aussieht, als ob Nakeena auf meine Hand sitzt. Es sind echt tolle Bilder geworden. Dann sind wir weiter gefahren zur Incahuasi (eine Insel, mitten auf dem Salar). Dort gibt es unzählige riesige Kakteen. Wir sind dann auf dieser Insel bis zum „Gipfel“ gestiegen, von dort aus hatten wir einen wunderschönen Blick auf den Salzsee. Auch hier war ich fasziniert wie ein kleines Kind und habe den Mund vor lauter Staunen kaum noch zu bekommen.
Anschließend haben wir am Fuße der Insel Mittag gegessen, was unser Guide zubereitet hatte. Dann ging es weiter mit dem Auto. Erst einmal zu so einer Höhle wo Inkagräber zu sehen waren. Die Gräber waren Löcher im Boden, diese waren jedoch extrem klein, sodass ein normaler Mensch dort nie hineinpassen würde. Der Guide erklärte uns, dass die Inkas früher nur etwa 1,20 m klein waren und die Gräber damit ausreichend waren.
Wenige Stunden später sind wir in unserem nächsten „Hotel“ angekommen. Das erste was uns auffiel war, dass es in unseren Zimmern kein Licht gab, nur eine kleine Kerze. Aber okay, es war gemütlich. Bei diesem Hotel war der gesamte Boden aus Salz. Nach einer erholsamen Dusche habe ich mich mit ein paar deutschen unterhalten (man trifft wirklich überall Leute aus Deutschland…) und es gab Abendessen, was auch der Guide zubereitete. Anschließend wurde noch so ein Würfelspiel gespielt und dann ging es ins Bett.
Am nächsten Tag haben wir die Laguna Salada gesehen, wo echt viele Flamingos leben. Dort haben wir dann auch Mittag gegessen. Auf der Weiterfahrt (immer mitten durch irgendwelche Stein-, Sand- oder was-auch-immer-Wüsten durch) platzte dann ein Hinterreifen. Im Nu wurde er ausgewechselt und es war hoffen angesagt. Hoffen, dass das nicht nochmal passiert, weil wir nun keinen Ersatzreifen mehr hatten. Doch es blieb, Gott sei Dank, bei diesem einen Reifen. Die letzten zwei Stunden bis zu unserem nächsten „Hotel“ sind wir über dunkeln Sand gefahren. Man hat weit und breit nur diesen Harten dunklen Sand gesehen.
Und es war extrem kalt! Als wir in der Unterkunft saßen und einen schönen heißen Tee getrunken haben, hat es sogar ein bisschen geschneit (es hat übrigens ins Hotel rein geschneit…). Im Hotel war es ungefähr so kalt wie draußen, nur das wir wenigstens keinen Wind hatten. Aber wir saßen in mehreren Pullovern, Mütze, Schal und Jacke bei Kerzenlicht um einen kleinen wackeligen Tisch herum und haben wieder unser Würfelspiel gespielt. Hier gab es noch nicht einmal eine Dusche und auch nur 2 Klos (diese hatten keine Klobrillen und waren auch sonst nicht sehr Hotel like…). Durchgefroren wie wir waren hat es uns viel Überwindung gekostet unsere normalen Klamotten gegen Schlafzeug zu tauschen. Doch letzten Endes lagen wir alle mit langen, warmen Sachen (ich hatte 3 Pullover an, 2 paar Socken, eine kurze und eine lange Hose und sogar Handschuhe) in unseren Schlafsäcken worüber wir noch 3 Decken gelegt haben. Am liebsten hätte ich mir noch ne Mütze übers Gesicht gezogen, so kalt war es, aber atmen musste ich ja auch noch… Übrigens haben wir zu siebent in einem Zimmer geschlafen, sah aus wie im Flüchtlingslager: Bett neben Bett, kahle Wände, undichte Fenster…
Um 4.30 Uhr mussten wir am Montag aufstehen, weil die Strecke zum tollen Salzhotel auf dem Plan stand. Um 5 sind haben erst einmal das Auto vom Eis befreit und sind dann losgefahren um gegen 8 Uhr bei einer Stelle, wo es dieses warme Wasser gibt zu frühstücken. Eigentlich hatten wir vor dort baden zu gehen, aber erstens ist es auch dort noch wahnsinnig kalt gewesen, sodass wir uns nicht überwinden konnten Bikinis anzuziehen und zweitens habe ich mit meiner hand das Wasser „vorgetestet“ und mir wäre es auch viel zu heiß gewesen, hätte es keine 2 Minuten da drin ausgehalten. Aber interessant war es trotzdem – wie da einfach mal so heißes Wasser ausm Boden kommt. Auf unserer Fahrt Richtung Uyuni, kamen wir noch an einem aktiven Vulkan vorbei, an der Laguna Colorada/Roja (rote Lagune) , an der Laguna Verde (grüne Lagune, die aber eigentlich eher blau war…) und an mehreren gigantischen Steingebilden, mitten in einer Sandwüste, wo wir auch immer angehalten haben um Fotos zu machen und um fleißig zu staunen :-)
Abends waren wir wieder in unserem sauberen, schönen, edlen Salzhotel. Oh, wie ich die warme Dusche genossen habe! Und mein bequemes Bett danach!
Dienstag ging es nach einem ausgiebigen Frühstück nach Potosie. Auf dem Weg dahin kamen wir an einem „Zugfriedhof“ vorbei, keine Menschenseele war dort, nur ein einziger Soldat, das da anscheinend aufpassen musste. Der tat mir Leid, den ganzen Tag da einsam rumsitzen…
So, lange konnten wir nicht weiterfahren, weil nun bei unserem Auto ein Reifen platzte. Kurzer Reifenwechsel und weiter ging es. In Potosi angekommen, sind wir erst einmal essen gegangen. Dann haben wir eine Kathedrale besichtigt. Von dem Glockenturm aus, konnte man ganz Potosi sehen und die ca. 20 Kirchen die es dort gibt. Potosi ist bekannt für seine Silbermienen und für viele sehr alte Häuser die im Kolonialstil gebaut wurden. Zum Beispiel sind die Dachziegel, die auf Oberschenkeln geformt wurden sehr typisch.
Als es dunkel wurde, sind wir nach Sucre gefahren. Und etwas, was ich schon lange vorher vermutet hatte passierte: wir haben einen Hund überfahren… Ich selber habe geschlafen und bin nur von dem dumpfen Geräusch wachgeworden. Yatzi saß zwischen Nakeena und mir uns konnte so direkt auf die Straße gucken und die arme hat es ganz genau gesehen. Aber hier laufen wirklich andauernd irgendwelche Hunde völlig verstört vor die Autos. Nach dem kurzen Schock sind wir alle wieder eingeschlafen (außer Celo und Tania natürlich…) und im wunderschönen Sucre wach geworden. In Sucre ist es etwas wärmer als in La Paz und fast alle Häuser sind weiß. Dann gibt es viele Palmen und exotische Pflanzen. Die gibt’s in La Paz zwar auch, aber die gehen hier unter, weil alles so voll und dicht an dicht ist. Generell macht Sucre einen saubereren Eindruck als La Paz, ich war sehr begeistert von Sucre und beschloss noch einmal da hin zu fahren, mit einer Freundin. Nachdem wir uns einige Hotels angesehen haben, die aber alle nicht den Vorstellungen von der Familie entsprochen haben, fanden wir nun doch noch das richtige, bzw. mussten dann einfach mal eins nehmen, weil es schon spät war.
Am Mittwoch haben wir uns einige Museen angesehen. Wir waren im Casa de la Libertad, wo die Unabhängigkeitserklärung von Bolivien unterzeichnet wurde, waren im Textilmuseum, welches auch echt interessant war. Durch ihre aufwändige Webarbeit, brauchen die Frauen für einen kleinen Teppich bis zu 3 Monate und sie arbeiten jeden Tag 8 Stunden daran. Zur Mittagszeit haben wir so einen kleinen Bus genommen und sind in den Parque Cretacico gefahren. Dort wurden Dinosaurier in ihrer richtigen Größe dargestellt und man bekam an einer riesigen Felswand versteinerte Spuren von Dinosauriern zu Gesicht.
Nachmittags sind wir in ein Café gegangen und anschließend ein wenig bummeln. Abends wollten Nakeena und ich eigentlich in einen Club gehen. Aber in Sucre haben die Clubs in der Woche nicht auf…anders als in La Paz. So hat sie einen Kumpel angerufen der auch in Sucre war und mit ihm sind wir dann einfach in eine gemütliche Bar gegangen. Waren brav um 12 (okay…etwas später…) wieder im Hotel und haben sofort geschlafen, weil wir am nächsten Tag schon um 9 Uhr losfahren mussten.
Uns stand eine 11-stündige Fahrt bevor. Ich frage mich immer wieder, wie der Papa sowas durchhält… Als wir kurz vor Oruro waren, hätten wir nur noch 4 Stunden bis nach La Paz gebraucht, doch es gab eine Blockade. So richtig mit Steinen auf der Straße und so. Dauert oft eine Woche lang, meinte Nake. Und mit „einen anderen Weg nehmen“ ist hier nicht so einfach. Und übernachten in Oruro möchte auch keiner. Oruro ist sooo arm und gefährlich. Plötzlich haben die Eltern einen Weg entdeckt der mitten in die Pampa führte. Also: hin da! Auf dem Weg schlossen sich uns noch 4 weitere Autos an. Zusammen sind wir dann querfeldein irgendwo hin gefahren und kamen an einer anderen Stelle von Oruro an, wo erst einmal keine blockierte Straße in Sicht war. Wir hatten echt Glück gehabt!
Um 22 Uhr kamen wir in La Paz an. Die Reise war so aufregend und völlig anders als in Deutschland. Sie hat mir total gefallen und trotzdem war ich froh, alleine in meinem Zimmer zu sein. In meinem Bett liegen zu können und einfach mal wieder alleine sein.
Diese abwechslungsreiche Reise werde ich nie vergessen!
...Fotos kommen demnächst, muss mir erstmal die Fotos noch holen, die Nake oder die Eltern mit ihren Kameras gemacht haben... also bitte noch etwas Gedult
Donnerstag, 9. April 2009
Ferien!!!
Eure Caro
PS: Euch auch schöne Ferien!
Autofahren...
Bei Taxis ist alles noch besser, da quetschen sich vorne auf dem Beifahrersitz auch mal zwei Leute. Dann sitzt man (ohne Fahrer) zu sechst im Auto und setzt bei jedem noch so kleinem Hügel auf, was den Fahrer nicht gerade erfreut. Dann verlangt er auch noch mehr Geld, ist ja irgendwo verständlich, trotzdem versuchen wir dann noch es runter zu handeln. Wobei Taxifahren hier echt billig ist.
Der Mindestpreis liegt bei 6 Bolivianos, das sind so zwischen 60 und 70 Cent. Inzwischen kenne ich schon einige Strecken und ihre Preise und da die Taxifahrer es sofort merken, dass ich Ausländerin bin, packen sie gerne mal 2 Bolivianos drauf. Dann rede ich so lange auf ihn ein, bis ich meinen normalen Preis bezahlen muss. Sie versuchen es aber echt immer wieder…
Wenn man mit einem so genannten TRUFI fährt (ein Sammeltaxi) bezahlt man sogar noch weniger. Es ist eigentlich das gleiche wie ein Taxi, nur dass eben fremde Leute neben dir sitzen könnten. Und das TRUFI fährt eine bestimmt Strecke ab, doch das reicht völlig aus.
Die erste Zeit habe ich mich immer erschrocken, weil andauernd gehupt wird. Wenn man zum Beispiel am Straßenrand steht und auf ein Taxi wartet. Dann hupen dich fast alle Autos, die an dir vorbeifahren an. Der Grund: sie machen damit auf sich aufmerksam und signalisieren mir: „Renn jetzt nicht auf die Straße“. Eigentlich recht aufmerksam, aber nervt auch manchmal.
Das Überholen läuft folgendermaßen: Man fährt so lange dicht auf, bis der Vordere die Spur wechselt und man an diesem vorbei fahren kann. Oft ein wenig nervenaufreibend. Doch es verlief hier bis jetzt alles ohne größere Unfälle, außer kleine Auffahrunfälle. Weil hier fahren zwar alle etwas rasant, aber mit nicht sehr hohem Tempo, das ist glaube ich der Grund…
Montag, 6. April 2009
Die Angestellten
Nun ein bisschen etwas zu den Angestellten die hier arbeiten. Wir haben Jobich, Silvi und Max, eigentlich auch noch einen anderen Mann, der kommt aber nur einmal in der Woche um sich um den Garten zu kümmern. Jobich ist ca. 25 und Silvi ist 17, traurig aber wahr. Beide kümmern sich um den Haushalt: machen Essen, decken den Tisch, waschen ab, waschen Wäsche, machen die Betten und räumen gegebenenfalls die Zimmer auf, machen generell überall sauber, also sie haben schon echt viel zu tun.
Max fährt uns quasi immer durch die Gegend, also oft nehme ich auch ein Taxi, weil Max gerade zum Beispiel Tania ins Büro fährt. Und er kümmert sich auch um sowas wie quietschende Türen, Ameisen die hauptsächlich in unseren Betten rumkriechen und alles was sonst noch so anfällt. Max ist also unser „Mädchen für alles“ =) Wie alt Max ist weiss ich nicht, aber ich schätz ihn so Anfang 30. Jobich und Silvi wohnen montags bis samstags in so einem Nebenhaus, während Max abends nach Hause fährt und am nächsten Tag wiederkommt. Auf alle Fälle gewöhnt man sich doch recht schnell daran, dass hinter einem alles sauber gemacht wird, und man selber kaum etwas machen muss. Auch wenn ich Hunger bekomme, kann ich eigentlich zu Silvi sagen, dass sie mir ein Toast machen soll oder so, nur habe ich das noch nie gemacht und werde ich auch nicht. Das ist mir ein bisschen zu heftig…
Colegio Aleman "Mariscal Braun"
Mit der Klasse komme ich gut klar. Sind alle echt nett und ich wurde gleich freundlich aufgenommen. Die Lehrer haben alle einen Vertrag für 3 bis 5 Jahre wenn ich das richtig verstanden habe. Danach gehen sie dann zurück nach Deutschland oder verlängern. Als ich das gehört habe, habe ich mir gedacht, dass das auch für mich gar nicht mal so eine schlechte Idee wäre. Ich war sogar ziemlich begeistert davon. Aber da habe ich ja noch ein Weilchen Zeit. Es ist interessant wo die Lehrer so herkommen. Mein Physiklehrer kommt beispielsweise aus Oranienburg (also für die die mich nicht kennen: Oranienburg liegt ganz in der Nähe von meinem Wohnort). Mein Ethiklehrer und seine Frau (meine Englischlehrerin) kommen aus Sachsen, das hört man… Und ihr Sohn geht auch in meine Klasse. Etwas Bemitleidens würdig, weil er nun in zwei Fächern von seinen Eltern unterrichtet wird.
Wenn ich bis um drei Unterricht habe, dann wird mir mein Mittagessen zur Schule gebracht, das ist Luxus! Sowas erwarte ich dann in Deutschland auch Mama und Papa, das ist euch klar, ne? =)
Achso, und wir werden immer zur Schule gefahren von dem Papa und abgeholt von Max, dem Chauffeur.
Das Schulgelände ist sehr groß und es gibt nicht ein einziges Gebäude, sondern sehr viele kleinere Häuser. Immer zwei Etagen und man kann schlecht einschätzen wie viele Klassenräume in einem Haus sind, weil die Häuser extrem verwinkelt sind und hier noch ein Gang und hier noch eine Treppe… Vom Schulhof aus, hat man einen beeindruckenden Blick auf eine riesige Felswand. Wenn man den fast immer blauen Himmel sieht und dann die Felswand, dann sieht das irgendwie unrealistisch aus, wie gemalt, aber sehr schön!
Im Unterricht läuft alles etwas entspannter ab als in Deutschland. Hausaufgaben werden auch nicht allzu ernst genommen. Okay… in Deutschland auch nicht immer. In Deutschland hat es unter Umständen Konsequenzen, hier nicht. Jedenfalls habe ich es noch nicht bemerkt. Und meiner Meinung nach machen wir hier mehr sinnlose Sachen als in unserer Schule in Deutschland. Zum Beispiel haben wir in Mathe eine Übersicht zu den Dreiecksarten gemacht (eine Stunde lang). Das wäre ja gar nicht so schlimm…wenn ich in einer 8.Klasse gewesen wäre und das Zeug nicht im Tafelwerk gestanden hätte, was wir eh immer benutzen dürfen. Also es tut ganz gut, mal was in Mathe zu verstehen, aber wenn ich dann in Deutschland ins Abi einsteige, werde ich mich erst einmal umschauen bei Polynomdivison und Co. Aber gut, wird schon werden.
Carneval de Oruro
So, als ich dann die ersten Kostüme zu Gesicht bekam war ich echt fasziniert. Knallig bunt, verrückt und protzig waren sie. Die Frauen oder eigentlich waren es eher Mädchen, hatten meistens extrem Knappe Kleider oder Röcke an und Schuhe mit Absätzen, wo einem schwindelig wurde. Die Jungs haben kaum Haut gezeigt… Hatten meistens lange, weite Hosen und Oberteile an. Natürlich habe ich es mir nicht nehmen lassen, mich mit zwei von ihnen fotografieren zu lassen ;o) Die Masken waren teilweise gigantisch groß und sahen echt furchtbar aus, richtige Fratzen, aber auch lustig. Auch so eine Maske habe ich mir mal von einem geklaut. Was die Leute die da mitmachen (und das sind wahnsinnig viele) aushalten müssen ist unbeschreiblich. Am schlimmsten sind die dran, die so eine riesige Maske aufhaben und das schwere Kostüm, was obendrein noch höllisch warm ist, zudem sind sie noch in der puren Sonne und müssen die ganze Zeit tanzen. Das absolute Highlight war ja, dass wir Evo Morales (er ist seit 2006 Präsident) gesehen haben. Er ist mitten in den Umzug hineingelaufen, hat dich ein paar junge Mädels geschnappt und ein bisschen mit ihnen getanzt, dann hat er noch seinen Hut mit einem Mann vom Orchester getauscht, klingt jetzt nicht so interessant, aber ich denke für die Bolivianer war das schon ein schönes Zeichen. Als es dann kühler wurde, sind wir noch essen gegangen und anschließend nach Hause gefahren. Ein unvergesslicher Tag!
Mittwoch, 1. April 2009
Die Sache mit der Gluehbirne...
Die Familie
Die Mädels gehen alle auf die deutsche Schule und sie haben völlig unterschiedliche Charaktere. Bis auf einige Verständigungsprobleme verstehe ich mich, denke ich, ganz gut mit ihnen.
Jeden Sonntag wird erst einmal ausgeschlafen und anschließend gefrühstückt. Meistens Pancakes mit Sirup – ungewohnt zum Frühstück, aber lecker. Dann schlagen wir irgendwie die Zeit tot, mit lernen oder fahren ins Zentrum und gehen auf einen Markt oder so und gehen zum Mittag in ein Restaurant. Um halb sechs gehen wir alle in die Kirche. Wenn wir dann wieder zu Hause sind wird Essen bestellt und wir gucken alle zusammen einen Film.
Bei Geburtstagen kommt immer die ganze Familie zusammen. Das sind dann mal eben ca. 20 Leute.
Die Ankunft
Als erstes habe ich nur Englisch geredet, ohne es wirklich zu merken, da ich mich die letzten 35 Stunden auch nur auf Englisch unterhalten habe. Auf dem Weg nach La Paz, nach Cota Cota, mussten wir von dem hoch gelegenen El Alto durch halb La Paz fahren. Wir durchquerten die Gebiete wo die ärmsten Menschen leben. Ich habe noch nie so viele Hunde frei rumlaufen sehen. Kleine Kinder schlafen auf oder neben der Straße. Überall sieht man betrunkene Leute, die auch einfach irgendwo rumliegen. Je tiefer wir kamen, desto besser wurden die Häuser, desto größer und protziger die Autos. Die Häuser von den Armen Leuten haben alle dieselbe Farbe. Nämlich Backsteinrot/-orange. Die Menschen streichen ihre Häuser nicht an, weil sie sonst Steuern bezahlen müssten, weil das anstreichen als Zeichen, dass das Haus nun fertig ist, angesehen wird. Unterwegs hielten wir vor dem Büro vom Papa an und tauschten die Autos. Er blieb im Büro und wir fuhren mit dem Auto von Tania nach Hause.
Der Hinflug
Bei dem Flug nach New York kam ich als eine der letzten Passagiere an Bord… Nervös ging ich an das andere Ende des Flugzeuges. Als ich in Reihe 38 angekommen war, war ich erst einmal erleichtert auf meinem Nebensitz eine Person vorzufinden, die nicht älter als 25 aussah. Es stellte sich heraus, dass er aus Mexico kommt, Raul heißt (ich konnte diesen Namen natürlich nicht aussprechen …), 22 war und genau wie ich eine Ewigkeit in New York auf seinen nächsten Flug warten musste. Wir beschlossen gleich zusammen zu warten. Wir haben uns auf Anhieb super verstanden und somit bestand ein Großteil des Fluges aus Lachanfällen. Wir haben natürlich die ganze Zeit Englisch gesprochen, weil er kein Deutsch kann und ich ja kein Spanisch. Doch wir haben ein bisschen geübt…hatten ja schließlich 9 Stunden Zeit. Als erstes habe ich festgestellt, dass die Flugzeugwand neben dem Fenster an meinem Platz ein Loch hatte. Generell hat an vielen Stellen (an Wand und an den Sitzen) das Innenfutter bzw. Styropor rausgeguckt. Trotz der Ablenkung, war es anstrengend so lange in dem Sitz zu hängen. Als wir uns dem „Big Apple“ näherten hatte ich Hoffnung etwas von der Stadt zu sehen. Ich wurde enttäuscht. Nur die Freiheitsstatue war kurzzeitig und weit weg und winzig klein auszumachen. In NY gab es für mich erst einmal Schwierigkeiten. Ich hatte nämlich einen Zettel ausgefüllt, der in englischer Sprache verfasst war und nicht in deutscher. Übrigens musste ich da eigentlich nur meinen Namen und meine Flugnummer eintragen. Aber das war anscheinend schon ein mittelschweres Drama für den Beamten, der vor mir am Schalter saß. Weitere Problemchen ließen nicht auf sich warten. Nachdem Raul und ich unsere Koffer geholt hatten und wir zur nächten Kontrolle weitergeleitet wurden, wurde mir gesagt, dass ich erst meine weiteren Tickets holen muss. Raul war in der Zeit schon durch die Kontrolle durch. Ich musste zu einem Terminal, der quasi am anderen Ende des Airports war und somit haben wir uns dann verloren. Echt schade, weil ich die ersten 3 Stunden alleine durch geschätzte 20 Duty-Free Shops geschlendert bin. Zwischenzeitig hatte ich mich natürlich nach dem Ticketschalter meiner nächsten Airline umgesehen. Der war selbstverständlich noch nicht offen. Dann hatte ich keine Lust mehr alleine zu warten. Als ich, inzwischen zum dritten Mal durch einen der Shops lief, sah ich jemanden, der auch alleine rumstand. Nach kurzem Überlegen ging ich dann einfach mal hin und hab ihn gefragt ob hier auch noch ne Weile warten muss. Dann haben wir bei einem riesigen Pot Kaffee über alles Mögliche gequatscht. Tom ist 28, wohnt seit 4 Jahren in New York und kommt aus Irland. Zusammen sind wir dann nochmal durch alle Shops gegangen. Es war faszinierend, dass es bei so ziemlich allen Klamotten nur folgende Größen gab: Medium, Large und Extra Large. Außer in diesem einen Shop, wo wir auch beide fündig wurden. Ich hab mir zwei Oakley Shirts gekauft. Ursprünglich für jeweils 24 Dollar. Davon wurden noch 40% Rabatt abgezogen. Irgendwie hat der Verkäufer aber zwei Mal 40 % abgezogen. Somit hab ich ein echtes Schnäppchen gemacht und hatte Mühe mir im Laden noch nichts anmerken zu lassen =)
Im Flugzeug von New York nach Lima hatte ich in der Mittleren Reihe einen Platz am Gang. Somit hatte ich kein Fenster wo ich mich anlehnen konnte, das war vielleicht anstrengend. Und vor mir saßen 3 Kinder. Und sie waren nicht leise. Aber der unbequeme Sitz hat mich viel mehr gestört. Das was jedoch echt toll war, waren die Fernseher. In jedem Sitz war einer. Man hatte eine Auswahl von ca 1000 Filmen in verschiedenen Sprachen. Dazu gabs noch eine riesige Auswahl an Spielen. So konnte man sich die Flugzeit schon ganz gut vertreiben. Als ich in Lima angekommen bin, bin ich erstmal ins nächste Bad gegangen um Zähne zu putzen und das Shirt zu wechseln. Ich werde nie wieder fliegen ohne mir ein Wechselshirt mitzunehmen. Weil irgendwie kommt man zwischenzeitig doch ins Schwitzen wenn man zwei 22-Kilo Koffer und nen Rucksack zu schleppen hat. In Lima durfte ich dann 4 Stunden warten. Da ich inzwischen wahnsinnigen Hunger hatte musste ich mir also ein Sandwich für $ 4,50 kaufen… und das war schon mit das günstigste. Also die Preise an den Flughäfen sind echt übertrieben. Ansonsten habe ich die Zeit damit verbracht, auf einer der Bänke versuchen zu schlafen. Doch trotz meiner Müdigkeit ging es einfach nicht. Der Flug nach El Alto (ein Vorort von La Paz) war der interessanteste. Mein Sitznachbar (ich glaube André oder so ähnlich…) hatten gerade einen Becher mit Cola in der Hand, als das Flugzeit „absackte“. Dann kam die Durchsage, dass wir uns anschnallen sollen, was wir ,glaube ich, auch ohne Ansage gemacht hätten, da wir unser Gewicht teilweise nicht mehr in den Sitzen spürten. Wir hatten Mühe nicht die Cola zu verschütten. Aber ich fand es lustig =) André wohnt 4 Straßen neben uns. Aber ich bin mir nicht mehr ganz sicher. Auch ihn habe ich dann beim auschecken verloren…